So kämpfen die Autokonzerne um die fahrerlose Zukunft

Audi, BMW, Mercedes, Tesla und Volvo – fünf Marken ringen um die Vorherrschaft im Bereich des autonomen Fahrens. Doch wer hat zur Zeit den Kotflügel vorn?


Es ist ein Wettrüsten, wie es die Autoindustrie seit Jahrzehnten nicht gesehen hat. Es geht um Prestige, um das Image der Konzerne. Neben der Elektromobilität ist das autonome Fahren das wichtigste Thema einer Industrie, die sich derzeit in einer tiefen Krise befindet. Die Skala, wann ein Auto autonom fährt, reicht von Null (Keine Hilfen) bis Fünf (Kein Lenkrad mehr). Im Moment ist die Industrie bei Level Drei angekommen, aber das Rennen um die technologische Vorherrschaft hat gerade erst begonnen. Wer liegt in Sachen autonomes Fahren in Führung?

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VW hat die Konzerntochter Audi damit beauftragt, für den gesamten Konzern das autonome Fahren zu erforschen. Der neue Audi A8, der im Herbst auf den Markt kommen wird, soll das autonome Fahren zum ersten Mal möglich machen. Bis zu einer Geschwindigkeit von 60 km/h muss sich der Fahrer um nichts mehr kümmern. Spurwechsel werden mit einem Tipp auf den Blinker eingeleitet, den Rest macht der Wagen von alleine. Dazu kommt ein „prädektiver Fahrassistent“, der Verkehrsschilder, Straßenverlauf und Straßenzustand erkennt und die Geschwindigkeit anpasst. In unserem Test funktionierte das System sehr gut. Vor engen Kurven reduzierte der getestete Audi Q7 die Geschwindigkeit automatisch, ebenso vor einem Kreisverkehr. Insgesamt wirkt die Technik von Audi harmonisch und im Rahmen der Vorgaben fehlerfrei.

Die Hersteller verfolgen unterschiedliche Strategien

Während Audi technologisch vorlegt, hält man sich bei BMW in Sachen autonomes Fahren etwas bedeckt. Weder gibt es imagefördernde Alleinfahrten von autonomen Fahrzeugen wie bei Audi oder Daimler, noch prahlt man in Bayern mit dem Erreichen eines neues Levels. Man habe vor, um das Jahr 2020 autonomes Fahren der Stufe Drei anzubieten, heißt es. Das wäre ziemlich spät, denn da ist die Konkurrenz teilweise schon jetzt. Die Strategie von BWM ist insgesamt aber eine andere. Während die Konkurrenz viel Geld in Einzellösungen steckt, will BMW zusammen mit Partnern wie Mobileye, Intel und Continental komplette Lösungen anbieten, die unabhängig von einem Hersteller funktionieren. Das Ziel dahinter: Man will die eigene Lösung dann anderen Firmen anbieten.

Das könnte vor allem für Fiat-Chrysler, den PSA-Konzern und aufstrebende Hersteller aus China interessant sein. Das sieht man in Stuttgart bei Daimler deutlich anders. Beim Stuttgarter Autobauer stehen neben dem autonomen Fahren vor allem Sicherheitsaspekte im Vordergrund. In der neuen S-Klasse gibt es zum Beispiel einen neuen Bremsassistenten, der stehende Fahrzeuge, Hindernisse oder Personen erkennt und automatisch Bremsmanöver einleitet, auch wenn der Fahrer weiter auf dem Gaspedal steht. Zum ersten Mal, so Daimler, würde der Computer bewusst im Notfall die menschliche Bedienung ignorieren und eigenmächtig handeln. Auf der Autobahn klappte das autonome Fahren in unserem Test auch schon gut, allerdings weiterhin nur, wenn der Fahrer das Lenkrad in der Hand hält. Was, so Daimler, rechtliche Gründe hat. Bis zu einer Geschwindigkeit von 200 km/h übernimmt Kollege Computer.

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