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Hyperloop – durch die Vakuumröhre in 30 Minuten ans Meer

Alejandro Delgadillo hat die Kapsel HyperpodX zusammen mit 51 Kommilitonen gebaut

Elon Musk träumt davon, Menschen in einer Vakuumröhre von einer Stadt in die andere zu schießen. An der dafür benötigten Kapsel tüfteln junge Forscher nahe der Nordsee.

Die Bahnfahrt von Berlin nach Emden dauert fünf Stunden. Das Gefährt, das eine Gruppe junger Leute in der ostfriesischen Stadt zusammenschraubt, würde die Strecke in 30 Minuten schaffen. Zumindest wenn alles so läuft, wie Elon Musk es sich vorstellt. In den Werkhallen der Hochschule Emden, hinter Backsteinmauern und auf zerkratzten Holzpflasterböden, bauen Studenten eine Kapsel für den sogenannten Hyperloop – jenes Transportmittel der Zukunft, für das der Gründer von Tesla und SpaceX seit Jahren wirbt.

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Die Idee: Menschen und Waren rasen in Magnetschwebe-Kapseln durch Vakuumröhren. Weil in diesen so gut wie kein Reibungs- und Luftwiderstand herrscht, wird das Reisen bis knapp unter Schallgeschwindigkeit möglich, zumindest in der Theorie. Solarzellen auf den Röhren sollen als Stromquelle ausreichen, Strecken zwischen Metropolen auf Pendlerdistanz zusammenschrumpfen. Alejandro Delgadillo ist der Teamleiter des Emdener Projekts „HyperpodX“. Der gebürtige Costa Ricaner glaubt jedoch nicht, dass Menschen im Hyperloop wirklich einmal so schnell unterwegs sein werden. „Für den Personenverkehr gibt es dabei zu viele Sicherheitsprobleme“, sagt er. Die Fliehkräfte etwa oder abrupte Bremsmanöver, die dem Körper arg zusetzen würden. Hyperloop-Strecken müssen deswegen mit möglichst wenig Steigungen und Kurven gebaut und flächendeckend von Sensoren überwacht werden. Niemand wird gern von Rissen in der Wand überrascht, wenn er mit Fast-Schallgeschwindigkeit durch eine Röhre schießt. „Aber wissenschaftlich gesehen ist der Hyperloop möglich“, sagt Delgadillo. „Wir müssen nur die nötige Technologie entwickeln. “

Eine Mix aus umgedrehtem Ruderboot und Skisarg

Bei HyperpodX arbeiten 52 Studierende der Hochschule Emden/Leer und der Universität Oldenburg. Sie kommen aus 13 Nationen und sechs Fachbereichen: Ingenieure bauen die Kapsel, Informatiker programmieren die Kontrollsoftware, Betriebswirte kümmern sich ums Geld. Delgadillo hat Maschinenbau in Taiwan studiert und in Nicaragua als Ingenieur und Berater gearbeitet, bevor er an die Uni Oldenburg ging und gemeinsam mit seiner Frau Yessica, die ebenfalls dort studiert, HyperPodX ins Leben rief. Was die Studenten erschaffen haben, sieht aus wie eine Mischung aus umgedrehtem Ruderboot und Skisarg mit dem Heck eines Ford Mustang. Eine Machbarkeitsstudie im kleinen Maßstab, die immerhin 450 Stundenkilometer erreichen soll. Unter der Hülle steckt ein Fahrwerk mit Rädern und ausfahrbaren Magnetpads. Die Räder dienen zum Start, die Magneten können ihre Wirkung auf den Aluminiumschienen des Hyperloop erst ab einer bestimmten Geschwindigkeit entfalten. Ein kleines Antriebsfahrzeug, der sogenannte Pusher, schiebt die 300 Kilo schwere Kapsel deswegen zunächst an, bis sie frei schweben kann. Angehalten wird mit einer sogenannten Wirbelstrombremse, wie man sie schon von heutigen Zügen kennt. „Die Technologie muss gar nicht superfortschrittlich sein“, sagt Delgadillo. „Man muss sie nur etwas anders einsetzen. “

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