4 Mobility-Überraschungen vom Web Summit

VW bittet Google um Hilfe, Hacker sollen Autos autonom machen, Grüne lobbyieren für Uber und Branchenriesen brauchen Unterstützung bei Künstlicher Intelligenz.

Noch bis morgen findet der Web Summit in Lissabon statt. In diesem Jahr ist die Mobility-Branche auf der Techkonferenz prominent vertreten – und hat eine ganze Reihe von Überraschungen bekannt gegeben. Wir haben die wichtigsten vier für Euch aufgeschrieben:

1. Volkswagen sucht Hilfe bei Google

Gleich zu Beginn des Web Summits in Lissabon gab Volkswagen-CIO Martin Hoffmann etwas Unerwartetes bekannt: Der Konzern wird ab sofort mit Google zusammenarbeiten. Allerdings nicht direkt im Bereich des autonomen Fahrens, sondern im Bereich Quantencomputer. Diese Computer der Zukunft sollen alles bislang da gewesene in Sachen Leistung um ein Vielfaches übertreffen. Noch arbeiten weltweit nur wenige dieser Rechner – und die auch nur im Labor. VW will Quantencomputer künftig bei der Konstruktion von Akkus nutzen, um die Effizienz deutlich zu steigern. Weitere Einsatzgebiete sind die Vorhersage von Staus und andere datenintensive Services. Zusätzlich stellte der Konzern die neue Plattform „Volkswagen We" vor, die in Zukunft verschiedene digitale Dienste für Autobesitzer bündeln soll.

2. Hacker sollen Autos autonom machen

Ebenfalls vor Ort war der selten gesehene comma.ai-Gründer George Hotz. Nachdem sein erster Versuch, eine günstige Hard- und Software zum autonomen Fahren für jedermann auf den Markt zu bringen, gescheitert ist, probiert er es jetzt mit dem „Open Pilot“. Dabei handelt es um eine reine Open-Source-Software für das autonome Fahren. Durch diese sollen sich einige Automodelle nachträglich zu einem autonomen Auto umbauen lassen. Das geht im Moment allerdings erst mit ein paar Modellen von Honda und Toyota. Hotz hofft, dass die Community die Software weiter vorantreiben möchte. 

3. Grüne machen Lobbyarbeit für Uber

Interessant war außerdem die Randbemerkung der französischen EU-Abgeordneten Karim Delli. Auf einem Panel zum Thema Ridesharing und Ridehailing forderte sie, dass die Gesetzgebung auf die neuen Angebote angepasst werden müsse. Uber und MyTaxi werden das gerne gehört haben, stehen doch beide Unternehmen in verschiedenen EU-Ländern enorm unter Druck. Die Taxigesellschaften werden sich also vermutlich europaweit auf Veränderungen einstellen müssen. 

4. Branchenriesen brauchen Hilfe bei Künstlicher Intelligenz

Die künstliche Intelligenz wurde auf fast allen Panels als Schlüsseltechnologie für das autonome Fahren propagiert. Aber auch im Bereich der Datenanalyse spielt die KI eine übergeordnete Rolle. Damit Verkehrsströme, Carsharing-Autos und für Fahrer relevante Informationen bereitgestellt werden können, werden die Unternehmen künftig noch stärker auf automatisierte Algorithmen setzen. Aber vor allem bei der Datenanalyse ist die Industrie auf Hilfe angewiesen. Das bestätigte auch Sebastian Wagner vom Startup Geospin. Sein Unternehmen erarbeitet gerade Verfahren, mit dem Konzerne per Daten maßgeschneiderte Angebote für die Kunden machen können. Volkswagen hat ihn mit seinem Startup schon unter Vertrag.

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Foto: Gründerszene / Don Dahlmann

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