Ein Passwort wird per E-Mail an Sie geschickt

Bald fliegen wir mit Strom und ohne Pilot

Aurora-eVTOL_Concept-Animation-1-1024x576

Eine neue Studie prophezeit, wann elektrisch betriebene und autonom gesteuerte Passagierflugzeuge abheben. Boeings Übernahme von Aurora gibt der Idee neuen Schwung.

Auf der weltgrößten Luftfahrtmesse in Paris hing in diesem Jahr an der Tür eines kleinen Pavillons ein provozierendes Plakat. Danach wird die Luftfahrtindustrie die Umweltschutzauflagen bei künftig immer mehr Flugzeugen mit herkömmlichen Triebwerken oder alternativen Treibstoffen niemals erfüllen können. Nur mit elektrischen Antrieben oder Hybridlösungen sei dies möglich, lautete die Mahnung.

Das Plakat stammte nicht von einer Umweltschutzorganisation, sondern von Siemens. Der Technikkonzern sieht in Flugzeugen mit Elektroantrieb ein Zukunftsgeschäft und entwickelt und testet bereits intensiv Antriebe für Modelle, die mit Strom statt Kerosin funktionieren, und heimst dabei Weltrekorde ein.

Folge NGIN Mobility auf Facebook!

Dies ist nur eines von zahlreichen Beispielen für den nächsten Umbruch. Nach den E-Autos auf der Straße kommen die E-Flugzeuge, E-Drohnen oder neue E-Verkehrssysteme für den Luftverkehr. Und wie beim Auto künftig auch werden sie autonom gesteuert, fliegen also automatisch.

Anzeige
Manfred Hader, Luftfahrtexperte vom Beratungsunternehmen Roland Berger, fasst den Wandel in einem Satz zusammen: „Die Frage ist nicht mehr, ob, sondern wann elektrisch angetriebene Flugzeuge Normalität sein werden.“ Die Branche werde sich in den nächsten Jahrzehnten stark verändern.

70 Modelle sollen bis 2030 fliegen

War es bei den E-Autos fast ausschließlich der Technikunternehmer Elon Musk, der die etablierten Unternehmen mit seiner Firma Tesla wachrüttelte, ist die Basis für die Entwicklung neuer Luftfahrtideen deutlich breiter. So hat Roland Berger in einer Datenbank allein 70 aktuelle Projekte mit E-Modellen abgespeichert, die bis 2030 fliegen sollen.

Die Studie, die der WELT vorliegt, zeigt, dass etwa die Hälfte der Projekte von Firmenneugründungen, Start-ups und unabhängigen Entwicklern betrieben werden. Nur in 18 Prozent der Fälle sind die großen Hersteller wie Boeing, Cessna, Agusta Westland und vor allem Airbus beteiligt. So hat Airbus eine enge Kooperation mit Siemens für E-Antriebe geschlossen und treibt die Entwicklung verschiedener E-Mobilitätsmodelle voran.

Praktisch über Nacht hat jetzt auch Boeing in großem Stil die Themen E-Fliegen und autonome Steuerung besetzt. Neben der schon bestehenden Zusammenarbeit mit Zunum, einem Entwickler für E-Regionalflugzeuge, hat Boeing nun die US-Firma Aurora Flight Sciences zu einem unbekannten Preis komplett übernommen.

Die private Firma mit 550 Beschäftigten gilt mit zahlreichen Prototypen und Technologien für E-Modelle und Lufttaxis sowie futuristischen Flugkonzepten als eines der weltweit innovativsten Unternehmen in diesem Segment. Für viele Entwicklungen bekam Aurora auch Gelder der Pentagon-Forschungsbehörde Darpa.

 

Folge NGIN Mobility auf:

In Kooperation mit
amplifypixel.outbrain