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Cash gegen Crashs: Lotsen-Startup bekommt Millionen

Die beiden BestMile-Gründer Raphael Gindrat und Anne Mellano

Das Schweizer Unternehmen BestMile managet mit seiner Software unter anderem den selbstfahrenden Bus Olli von Local Motors. Nun sind namhafte Investoren eingestiegen.

Damit Flugzeuge am Himmel nicht gegeneinander fliegen, koordinieren Flughafen-Tower, wer wann wo starten darf. Etwas ähnliches bietet auch das Schweizer Startup BestMile – nur eben für autonom fahrende Autos. Denn jedes selbstfahrende Fahrzeug wird durch eine Software gesteuert. Da es mittlerweile aber eine Fülle an konkurrierenden Software-Herrstellern gibt, sprechen nicht mehr alle Autos dieselbe Sprache. Hierfür bietet BestMile eine herstellerübergreifende Lösung an. In der Szene nennt sich sowas: Cloudservice für Flottenmanagement von autonomen Fahrzeugen.

Mit der Idee für ein Flottenmanagement hat das Jungunternehmen aus Lausanne nun erneut Investoren angezogen. Die im Juni 2016 mit 3,5 Millionen Doller abgeschlossene Seed-Runde sei nochmals erhöht worden, sagt Gründer Raphael Gindrat gegenüber NGIN Mobility. Waren anfänglich lediglich Business Angels an Bord, sind nun auch bekannte VCs wie Partech Ventures, Serena Capital und Airbus Ventures mit weiteren zwei Millionen Dollar zu gleichen Konditionen eingestiegen.

Mit dem frischen Kapital soll das derzeit 30 Mitarbeiter große Unternehmen auf 40 ausgebaut werden, sagt Gindrat. Neben der Schweiz unterhält das Unternehmen bereits Büros in UK und den USA. Insgesamt sollen bisher fünf Fahrzeug-Flotten von Bestmile in Deutschland, UK, Frankreich und der Schweiz betrieben werden. Zu den Kunden gehört unter anderem das Schweizer Logistikunternehmen PostAuto sowie der US-amerikanische Automobilhersteller Local Motors, der auch eine Forschungseinheit in Berlin unterhält und dort den selbstfahrenden Bus Olli entwickeln lässt.

Das Thema Flottenmanagement ist vor allem für Transportunternehmen wie die Deutsche Bahn, Uber und Lyft interessant. Da die Deutsche Bahn bereits mit dem Inevstor Local Motors zusammenarbeitet, ist es denkbar, dass BestMile künftig auch für den deutschen Konzern zum Einsatz kommt. Etwa um einen automatisierten Shuttle-Dienst zwischen den Stationen mit den Abfahrtzeiten der Züge zu koordinieren. Da auch Airbus eingestiegen ist, könnte die Software demnächst für die Koordination des geplanten Drohnen-Projekts zum Einsatz kommen, erzählt der BestMile-Gründer. Genauere Pläne will Gindrat noch nicht verraten.

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„Wir berechnen ein paar Cents für jede Meile, die mit unserem Service gefahren werden“, erklärt der Gründer das Business-Modell. Seit vergangenem Jahr mache das Unternehmen erste Umsätze. An Profitabilität sei allerdings in nächster Zeit noch nicht zu denken. Vorerst komme es darauf an, sich möglichst schnell auf dem Markt zu etablieren, so der Gründer. Die großen Autobauer planen, 2021 die ersten autonomen Fahrzeuge auf den Markt zu bringen.

Den Anfang nahm das Startup am Swiss Federal Institute of Technology in Lausanne. Dort arbeiteten Raphael Gindrat und Anne Mellano 2012 bei einem der ersten europäischen Projekte, dem CityMobil2, und entwickelten daneben ihre eigene Ideen. Die ersten zwei Jahre nach der Gründung 2014 hätten sie gebootstrapped, erzählt Gindrat. 2015 startete das Pilotprojekt mit dem selbstfahrenden PostBus-Shuttle. Momentan werde die Serie-A-Runde in Angriff genommen, so Gindrat. Mehrere große Autohersteller weltweit hätten bei dem Startup angeklopft. Namen möchte der Gründer aber nicht nennen.

Bild: BestMile

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