Das Oldtimer-Startup Bjooli hat Insolvenz angemeldet

Mit Ersatzteilen für Oldtimer wollte das Startup Bjooli einen Milliardenmarkt erschließen. Geklappt hat es nicht. Nun steht das Startup vor dem Aus.

Für manche Schrott, für andere Kunst: Der Markt mit Ersatzteilen für Oldtimer ist ein Milliardengeschäft. Allein in Europa beträgt der Umsatz rund 3 Milliarden Euro. Ein Markt, der sich lohnen könnte, fand das Startup Bjooli und etablierte eine Plattform, auf der Auto-Fans Ersatzteile für ihre Schätze erwerben können. Dabei gilt stets: Originalteile sind am wertvollsten. Nachproduzierte Achsen und Polster senken den Wert des Oldtimers.

Nun hat der Ersatzteil-Anbieter jedoch selbst den Betrieb eingestellt: Wie Gründerszene erfuhr, hat Bjooli bereits im November vergangenen Jahres Insolvenz angemeldet. Auch die Webseite ist mittlerweile offline.

Eine geplatzte Finanzierung

Der Markt für Oldtimer-Ersatzteile sei nach wie vor attraktiv und wachse, so Gründer Marian Meier-Andrae. Allerdings habe Bjooli zur Skalierung des Modells schon länger einen strategischen Partner aus der Automobilbranche gebraucht. 2016 habe ein großer Automobilvertreter eine Anschlussfinanzierung zugesagt, so Meier-Andrae, den Deal dann aber kurz vor Abschluss platzen lassen. Die verbliebenen Mittel hätten danach nicht mehr ausgereicht, „um die Oldtimersaison 2017 voll mitzunehmen und den Bekanntheitsgrad des Portals in der Szene schnell und nachhaltig zu steigern“.

Folge NGIN Mobility auf Facebook!

Das Startup hatte bisher eine mittlere sechsstellige Summe eingesammelt – investiert war unter anderem auch der überwiegend aus Steuergeldern aufgesetzte High-Tech Gründerfonds. Die Verträge der fünf Mitarbeiter seien frühzeitig gekündigt worden oder ohnehin nur befristet gewesen, sagt Gründer Meier-Andrae. Ob das Angebot fortgeführt werde und dabei auch das dreiköpfige Gründerteam an Bord bleibe, sei noch nicht klar. Man überdenke derzeit eine Vielzahl von Optionen.

Gegründet wurde das Startup von Marian Meier-Andrae, Matthias Krämer und Jan Christmann im Juli 2014 in Frankfurt. 2015 erfolgte der Umzug nach Berlin.

Bild: Bjooli

Folge NGIN Mobility auf:

In Kooperation mit
amplifypixel.outbrain