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BMW: Eine halbe Milliarde Startup-Dollar und ein Umzug ins Silicon Valley

Ab an die Westküste: Der BWM-Fonds verlegt seinen Sitz in die Bay Area

BMW will 500 Millionen Dollar in Startups investieren – immer stärker auch im Silicon Valley. Es ist ein bislang einzigartiges Engagement.

Die Unternehmen heißen Ride Cell oder auch Zendrive und für BMW spielen sie eine große Rolle: Das Flottenmanagement- und das Kollisionserkennungs-Startup sollen dem bayerischen Autobauer helfen, auch in der digitalen Zukunft Sinnbild für State-of-the-Art in der Mobilität zu sein. Und sie kommen beide aus den USA.

Die Tech-Engagements jenseits des Atlantiks sind für BMW so wichtig, dass der Hersteller nun seinen Fonds für Wagniskapital auf 500 Millionen US-Dollar aufstockt und damit dessen Volumen verfünffacht. Das berichtet das Handelsblatt. Außerdem soll der Sitz des Fonds von New York ins Silicon Valley verlegt werden.

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Von dem Schritt verspricht sich BMW-Vorstand Peter Schwarzenbauer viel: „Jedes zweite Startup beschäftigt sich dort mit Mobilität“, begründet er gegenüber der Zeitung den Umzug nach Kalifornien. Investment-Entscheidungen treffe der Fonds vor Ort, denn es soll schnell gehen. Schwarzenbauer weiter: „Die Szene ist unglaublich schnell, niemand nimmt Rücksicht auf die Entscheidungswege von Großkonzernen.“

Längst ist BMW nicht der einzige unter den großen deutschen Autobauern, die Startups im Allgemeinen und das Silicon Valley im Besonderen ins Visier genommen haben. Dass dort im Umfeld von Google, Tesla, Apple & Co. die Technologien der Zukunft entwickelt werden, weiß man längst auch in den Chefetagen von VW, Mercedes oder Audi.

Gerade beim Autobauer mit der wohl strengsten Hierarchie will man das Startup-Engagement offenbar deutlich näher ans Silicon Valley heran bringen, als sich das andere deutsche Hersteller bislang trauten oder für nötig hielten. Nicht nur örtlich, sondern auch vom Arbeitsmodus lehnt sich BMW an die Vordenker im Valley an: Einen VC-Fonds in der Größenordnung einer halben Milliarde, das entspricht eher US-amerikanischem Niveau. In Deutschland sind Investmentvehikel in dieser Größenordnung Mangelware.

Die internationalen Aktivitäten der BMW-Konkurrenten waren bislang eher punktuell: So hat Daimler früh mit dem Mobilitäts-Überstartup Uber angebandelt und flirtet heftig mit dem kalifornischen Unternehmen. Mit Moovel besitzen die Stuttgarter bereits seit 2007 eine digitale Plattform, zu der seit gut zwei Jahren auch MyTaxi gehört. Der Volkswagen-Konzern hat hingegen stattliche 300 Millionen Dollar in den Uber-Wettbewerber Gett investiert, der zwar nicht aus dem Silicon Valley kommt, aber von Israel aus Wellen geschlagen hat.

Eines haben alle drei Branchengrößen dann aber doch gemein: Digital-Labs oder Inkubatoren in Deutschland gehören längst zur Grundausstattung der Autobauer.

Bild: Mike Windle / Staff

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