Warum BMW die US-Park-App Parkmobile übernimmt

BMW will vom Autobauer zum Mobilitätsdienstleister werden. Mit der Übernahme der Park-App baut der Autobauer die Dienstleistungen rund ums Auto weiter aus.

BMW hat die Park-App Parkmobile mit Sitz im US-Bundesstaat Georgia übernommen. Der Kaufpreis wurde nicht genannt. Schon seit 2014 hielt BMW eine Minderheitsbeteiligung an der Park-App. Die Parkmobile Groupe Europe, zu der auch die BMW-Marke ParkNow gehört, ist bereits seit 2016 vollständig in Besitz des Münchner Konzerns. „Mit der Übernahme von Parkmobile LCC sind wir international führender Anbieter von digitalen Parklösungen“, kommentiert BMW-Vorstand Peter Schwarzenbauer. Nach eigenen Angaben ist die App in rund 1.000 Städten in Nordamerika und in Europa verfügbar, 22 Millionen Kunden nutzen demnach das Angebot.

Folge NGIN Mobility auf Facebook!

BMW bietet die App bereits in einigen seiner Fahrzeugmodelle an, aber auch Autofahrer anderer Marken sollen sie nutzen können. Parkmobile lotst Autofahrer zu freien Parkplätzen in Parkhäusern und kann diese auch automatisch reservieren und bezahlen. Auch Parkgebühren am Straßenrand können mit der App per digitalem Parkschein beglichen werden.

Neuer Markt – auch für Startups

Mit der Übernahme wollen die Münchner ihren Wandel vom Autobauer zum Mobilitätsdienstleister vorantreiben. Denn das Auto selbst verliert für die etablierten Automobilhersteller immer mehr an Bedeutung. Stattdessen werden in Zukunft Dienstleistungen rund um das Fahrzeug immer wichtiger. Das eröffnet auch Startups einen völlig neuen Markt.

Anzeige

Vor allem jene, die sich mit dem Thema Parkplatz beschäftigt haben, sorgten in der Vergangenheit für Schlagzeilen. Im vergangenen Dezember legte das aus der TV-Sendung Die Höhle der Löwen bekannte Kölner Park-Startup Evopark einen Exit hin und wurde vom Mittelständler Scheidt und Bachmann übernommen. Auch die Parkpocket-Gründer aus München verkauften ihr Unternehmen – an Continental. Das 2013 gegründete Startup sammelt Daten von gewerblichen Parkmöglichkeiten und bietet über eine App einen Preisvergleich und die Navigation zum günstigsten freien Parkplatz an. Die Daten verkauft das Startup als Lizenzpaket, unter anderem an Kartenanbieter und Automobilhersteller.

Parkplatzsuche am Straßenrand

BMW will künftig über die Kameras am Auto auch freie Parkplätze am Straßenrand in Echtzeit aufnehmen und in hochgenaue und aktuelle Karten einbauen.  Eine solche Karte betreiben die Münchner bereits mit dem Kartenanbieter Here, einem Joint Venture mit Audi und Daimler. Gemeinsam mit Here und anderen innovativen Technologieunternehmen will BMW ein Ökosystem moderner Mobilität aufbauen. Auch beim autonomen Fahren sieht BMW das Parken als wichtigen Baustein an: in einer Welt mit fahrerlosen Autos und Flotten sollen diese automatisch zu ihren Stellplätzen navigieren können.

Bild: BMW

 

Folge NGIN Mobility auf:

In Kooperation mit
amplifypixel.outbrain