„Wir hatten einen steinigen Weg“ – der Cobi-Gründer zu den Übernahmeplänen

Der Automobil-Zulieferer Bosch beherrscht den Markt für E-Bikes in Deutschland. Nun investiert der Stuttgarter Konzern und übernimmt das Frankfurter Startup Cobi.

Es tut sich etwas im deutschen E-Bike Markt. Während große Player aus Asien ihre Augen auf den europäischen Markt richten, sind auch die hiesigen Konzerne aufgewacht und investieren in neue Technologien und Firmenübernahmen von jungen Bike-Startups.

Auch Bosch, Elektronik-Konzern aus Baden-Württemberg, will nun das Frankfurter E-Bike-Startup Cobi zu einer ungenannten Summe übernehmen. Bosch beherrscht in Deutschland laut Statista 54 Prozent des E-Bike-Marktes, weit vor den Konkurrenten Panasonic und Derby Cycle.

Anzeige
Der Übernahme-Kandidat Cobi wurde 2014 gegründet und erlaubt seinen Kunden, ihr Rad mit einer Smartphone-Halterung, Lichtern und einer App samt Daumen-Steuerung auszurüsten. So lassen sich Fahrräder mit Navigationssystemen, Musik-, Telefonie- und Fitness-Programmen erweitern. Derzeit arbeiten 35 Mitarbeiter für das Startup. Künftig wolle man mehr auf die Software-Entwicklung setzen, so Gründer Andreas Gahlert: „Wir hatten einige Kinderkrankheiten – zum Beispiel am Anfang mit den Batterien. Das Produkt ist jetzt aber ausgereift.“

„Steiniger Weg, aber nun super happy“

Tatsächlich hatte Cobi mit erheblichen Lieferverzögerungen zu kämpfen. Im Sommer 2015 hatte das Startup den Unterstützern seiner Kickstarterkampagne eigentlich den Beginn der Auslieferung versprochen. Doch noch ein Jahr später beschwerten sich viele Kunden auf der Crowdfunding-Plattform über fehlende und defekte Teile. „Wir hatten einen steinigen Weg“, sagt CEO Gahlert, „aber damit sind wir wohl in guter Gesellschaft. Ich kenne nur wenige Hardware-Startups auf Kickstarter, die es geschafft haben, rechtzeitig zu liefern.“ Mittlerweile seien aber 95 Prozent der bestellten Geräte zugestellt. Bei den restlichen hätten sich die Kickstarter-Unterstützer nicht mehr gemeldet.

Im Januar 2016 hatte Cobi in einer Finanzierungsrunde 6,3 Millionen Euro von Alt- und Neuinvestoren eingesammelt. Zuvor waren bereits knapp vier Millionen Euro aus einer früheren Runde und 400.000 Euro über die Kickstarterkampagne zusammengekommen. Nach der anstehenden Übernahme wollen alle Gründer weiterhin für das E-Bike-Unternehmen arbeiten, so Gründer Gahlert: „Wir sind auf jeden Fall super happy gerade.“ Auch die Marke Cobi soll unter Bosch erhalten bleiben.

Bild: Cobi

Folge NGIN Mobility auf:

In Kooperation mit
amplifypixel.outbrain