Carsharing-Startup Ridelink gibt auf

Die Carsharing-Rakete Ridelink hat nicht gezündet. Zwei Jahre nach der Gründung gibt das Startup des Companybuilders Rocket Internet auf.

Der Carsharing-Dienst Ridelink hat zwei Jahre nach der Gründung seinen Betrieb eingestellt. Kunden werden auf der Webseite des Unternehmens aufgefordert, künftig die Plattform des Mitbewerbers Drivy zu nutzen. Ridelink ist ein Projekt des Companybuilders Rocket Internet.

Kunden an Mitbewerber Drivy vermittelt

Mit einem Hinweis auf der Website informierte das Unternehmen seine Kunden: „Ridelink akzeptiert leider keine Buchungen mehr. Wir empfehlen Dir jedoch unseren Freunden bei Drivy beizutreten.“ Für die erste Miete wird ein Rabatt von zehn Euro versprochen.

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Ridelink war 2015 in London als Vermittlungsplattform für Privatautos gestartet. Die Gründer hatten das Ziel, Autobesitzer und Menschen ohne Fahrzeug zu verbinden. Der Dienst expandierte von Großbritannien nach Spanien und Deutschland. Im Juni 2017 hatte Ridelink als Teil einer Finanzierungsrunde eine Crowdfunding-Kampagne gestartet: Das Unternehmen bot 16,25 Prozent seiner Unternehmensanteile für eine Million britische Pfund (1,13 Million Euro) an und übertraf das Funding-Ziel.

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Ridelink trat gegen viele Mitbewerber an

Der Carsharing-Markt ist hart umkämpft: In Deutschland bietet das mittlerweile vom Rivalen SnappCar geschluckte Startup Tamyca seit 2010 Carsharing an. Im Jahr 2010 startete Drivy in Frankreich. Als Partner von Tamyca ging Opel ein Jahr später mit CarUnity an den Start, stellte das Projekt aber wieder ein. Vorbild für Dienste dieser Art ist Turo, das 2010 in Boston (USA) startete, beziehungsweise dessen Vorläufer RelayRides, dem die Plattform Airbnb als Vorlage diente. 

Die Idee, Autos zu teilen, ist wesentlich älter. Bereits im Jahr 2000 haben Stadtteil-Auto-Initiativen in Aachen, Bremen und Köln das Unternehmen Cambio gegründet. Es hat mittlerweile knapp 100.000 Kunden. Am Anfang stand die bürgerschaftliche Idee, Autos gemeinsam zu nutzen und damit die Umwelt zu schonen.

Update: „Weniger Verschwendung von Kapazitäten und mehr gemeinsame Nutzung“ – das sei vor drei Jahren die Idee für Ridelink gewesen, blickt Gründer und CEO Alexander Stevenson zurück. In Großbritanniens sei es auch gelungen, die Plattform „zur beliebtester P2P-Autovermietung zu machen“. Doch am Ende reichte die finanzielle Kraft anscheinend nicht. Nach den jüngsten großen Finanzierungsrunden der Konkurrenz habe sich die Frage gestellt zu konkurrieren oder einen Partner zu suchen. „Nach Gesprächen mit unseren Investoren haben wir beschlossen, eine Partnerschaft mit Drivy, Europas größtem P2P-Carsharing-Player, einzugehen und Ridelink zu schließen“,erklärte Stevenson gegenüber Gründerszene.

Bild: Gettyimages/Ascent Xmedia

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