Ein Passwort wird per E-Mail an Sie geschickt

Was steckt hinter dem neuen Daimler-Startup Croove?

Croove_munich

Es gibt Drivy und Getaway – und nun auch eine Sharing-App für Privatfahrzeuge von Daimler. Alles Teil der neuen Strategie von Daimler-Chef Zetsche.

„Schwarmorganisation“ war das Buzzword, mit dem Daimler-Chef Dieter Zetsche kürzlich einen radikalen Umbau des Automobilikonzerns ankündigte. Aus dem behebigen Unternehmen soll ein wendiger Mobilitätsanbieter werden – mit ähnlichen Strukturen wie in einem Startup: mit flachen Hierarchien und agilen Arbeitsprozessen. Zetsche legte dafür in einem FAZ-Interview seine sogenannte „Case“-Strategie vor: „c für connected cars, also die Digitalisierung des Verkehrs, a für autonomes Fahren, s für shared mobility, also neue Geschäftsmodelle und e für Elektrifizierung.“

Daniel Rohrhirsch

Daniel Rohrhirsch (33) ist CEO bei Croove.

Die Carsharing-App Croove ist ein wichtiger Baustein dieser Strategie. Die Daimler-Ausgründung ist nun offiziell gestartet, nachdem Daimler schon Anfang November den Start ankündigt hatte „Bei Daimler herrscht momentan ein idealer Nährboden, um solche Themen zu realisieren“, sagt CEO Daniel Rohrhirsch zu NGIN Mobility. Zuvor war Rohrhirsch Abteilungsleiter bei Daimler.

Binnen eines halben Jahres habe er als Entrepreneur mit seinem mittlerweile 15-köpfiges Team den Mobilitäts-Service mithilfe von Daimler aufgebaut, so Rohrhirsch. Unterstützung gab es nicht nur in finanzieller Hinsicht vom Konzern, sondern auch von Daimlers Entwicklern. Das Pilotprojekt startet erst einmal in München. Zur Höhe der Finanzierung wollte er sich nicht äußern.

So funktioniert der neue Daimler-Service Croove

Croove bietet eine App, um private Fahrzeuge zu vermieten. Wenn das Auto die längste Zeit ungenutzt herumsteht, könne es auch ebensogut untervermietet werden – so die Idee.

Der Preis für das eigene Auto lässt sich bei Croove selbst festlegen. Daneben könne man sich aber auch an einer Preisempfehlung orientieren, die über den Zustand, Marke und das Alter des Autos berechnet wird, so das Unternehmen. Der Autobesitzer kann sich nebenher etwas dazu verdienen und das Joint Venture verdient an der Vermittlungsgebühr von 30 Prozent des Mietpreises, womit gleich auch die Versicherungsgebühr abdeckt sei. „Uns ist die volle Preistransparenz wichtig“, erklärt Rohrhirsch. „Wir möchten potenzielle Mieter nicht mit Lockvogelpreisen anlocken und dann im Auswahlprozess enttäuschen, indem wir Zusatzoptionen gesondert bepreisen oder unzuverlässige Autos anbieten.“

Für den Start von Croove werde auch Daimler ein paar Leih-Fahrzeuge beisteuern, so der CEO. Man wolle zu Beginn eine gewisse Anzahl an Fahrzeugen auf der Plattform haben. Danach werde der Service aber ausschließlich mit Privatfahrzeugen betrieben. Branchenkenner gehen davon, dass Daimler womöglich auch Leasing-Fahrzeuge mit in die Flotte einspannen könnte.

Folge NGIN Mobility auf Facebook!

Vorbilder für den Business-Case Peer-to-Peer Carsharing gibt es seit 2010. Drivy bietet einen nahezu identischen Service in mehreren europäischen Städten. Daneben wird auch das Berliner Startup Getaway einen Carsharing-Service im Frühjahr 2017 launchen, der ohne persönliche Schlüsselübergabe auskommt.

Das bietet Croove noch nicht. Stattdessen gibt es einen kostenpflichtigen Hol- und Bringdienst. Im nächsten Schritt sollen auch Telematik-Kits in den Fahrzeugen verbaut werden, um das Auto per App und Passwort öffnen zu können. Die schlüssellose Funktion erfolge aber erst später. Einen Zeitraum nannte das Unternehmen nicht. Drivy Open und Getaway haben eine solche Technologie bereits realisiert. Mit welchen Angeboten sich Croove von seinen Wettbewerbern abheben möchte, wollten weder der Croove-Gründer noch Daimler kommentieren.

Bild: Croove

Folge NGIN Mobility auf:

In Kooperation mit
amplifypixel.outbrain