Daimler testet heimlich ein Tesla-Auto – und demoliert es

Daimler sucht den Anschluss beim E-Auto – mit ungewöhnlichen Methoden. Der Autobauer mietete einen Tesla, zerlegte den Wagen und testete ihn unter Extrembedingungen.

 

Der Daimler-Konzern hat sich mit merkwürdigen Methoden Einblick in die Technologie des US-Konkurrenten Tesla verschafft. Wie der Spiegel in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, mietete Daimler im Sommer über den Autovermieter Sixt einen Tesla Model X bei einem kleinen Unternehmen in Bayern – für sieben Wochen. 

Anzeige

Während der Mietzeit wurde das Auto offenbar auseinandergebaut und danach wieder zusammengeschraubt. Zudem wurde es unter Extrembedingungen getestet – unter anderem bei Hitze, auf einer Rüttelstrecke und einer Traktionsstrecke. Im ursprünglichen Mietvertrag mit Sixt waren allerdings sowohl das Auseinanderbauen als auch die Nutzung auf Teststrecken ausgeschlossen. Am Ende der Mietzeit wurde das Fahrzeug mit Schäden in fünfstelliger Höhe zurückgegeben.

Statement von Daimler: „Ein üblicher Vorgang“

Auf die Spur gekommen war der Unternehmer den Testfahrten nur über die Ortungsfunktion des Fahrzeugs. Diese zeigte es auf Teststrecken nahe Barcelona und in Sindelfingen. Zuvor hatte Daimler bereits den „Streetscooter“ der Post über eine Briefkastenfirma geliehen und heimlich getestet. Die Anmietung von Fahrzeugen zu „Vergleichsfahrten“ sei ein „in der Automobilbranche üblicher Vorgang“, teilte Daimler mit. Gutachterlich festgestellte Schäden, die Wertminderung und die Gutachterkosten seien beglichen worden, teilt der Autovermieter mit. Von Sixt vermietete Fahrzeuge dürften nicht auf Test- und Rennstrecken genutzt werden. Sixt nannte Daimler nicht als Kunden.

Autobauer weltweit erhöhen derzeit ihre Investitionen in Elektroautos. An der Spitze der Neuzulassungen weltweit im Jahr 2016 standen die Fahrzeuge Tesla Model S mit 50.900, Nissan Leaf mit 49.000 und BYD Tang mit 31.000 verkauften Wagen. Der einzige deutsche Hersteller unter den Top 10 war BMW mit dem BMW i3 auf Platz 6 mit 25.500 verkauften Fahrzeugen.

Der Absatz hat sich in den vergangenen drei Jahren global mehr als verdoppelt. In Europa sind die Verkäufe im ersten Quartal 2017 um 36 Prozent auf 235.438 Stück gestiegen. In China erwartet die Regierung bis 2020 rund drei Millionen E-Autos auf den Straßen. Analysten schätzen inzwischen, dass im Jahr 2025 weltweit rund 20 Millionen E-Autos verkauft werden.

Dieser Artikel erschien zuerst bei Welt.de.

Folge NGIN Mobility auf Facebook!

Bild: Tesla Motors

Folge NGIN Mobility auf:

In Kooperation mit
amplifypixel.outbrain