Die Deutsche Bahn bringt Startups ins Netz

Ob Roboter, Sensoren oder mobile Apps: In der nächsten Runde des DB Accelerators dreht sich alles um Zukunftstechnologien der Instandhaltung. Jetzt bewerben!

Die digitale Transformation der Deutschen Bahn ist in vollem Gange

Die Deutsche Bahn macht weiterhin Tempo bei der Umsetzung ihrer digitalen Pläne. Im Zuge dessen verstärkt sie ihre Zusammenarbeit mit Startups. Denn nur das Testen von neuartigen Prototypen ermöglicht eine zügige und flächendeckende Ausrollung wichtiger neuer Technologien – und diesen Innovations-Drive findet man vorwiegend in der Gründerszene. Innerhalb der nächsten zwei Jahre wird die Deutsche Bahn eine Milliarde Euro in die Digitalisierung investieren. Das Motto des Konzerns: Treiber sein, nicht Getriebener.

DB Accelerator und mindbox als Innovationstreiber

Einen wesentlichen Beitrag zur Digitalagenda leistet die mindbox an der Jannowitzbrücke in Berlin: Als Startup-Kreativlabor beherbergt sie seit knapp zwei Jahren Gründerteams, die gemeinsam mit Experten der Deutschen Bahn neue Hard- und Software entwickeln.

Die mindbox ist Dreh- und Angelpunkt des DB Accelerators: Dabei handelt es sich um das hauseigene Startup-Förderprogramm, welches Gründer drei Monate lang Arbeitsplätze, 25.000 Euro Kapital sowie intensive Betreuung von Experten der Deutschen Bahn bereitstellt. Die Teams erhalten während dieser Zeit Zugang zu Konzerndaten, sie können ihre Anwendungen direkt in der Infrastruktur testen und durch das immense Konzernnetzwerk jede Menge wertvoller Kontakte knüpfen. Viele von ihnen haben so ihr Business bereits erfolgreich vorangetrieben.

Startschuss für den fünften DB Accelerator – The Future of Maintenance

Jetzt ist es wieder so weit: Der DB Accelerator geht in Runde fünf. Für diesen Batch sucht die Deutsche Bahn nach Startups, deren Innovationen die Prozesse der Instandhaltung optimieren. Welche Daten braucht man beispielsweise, um verlässliche Aussagen über das künftige Verhalten eines Maschinentyps zu treffen? Welche Hardware kann die Wartungsarbeiten im Anschluss technisch unterstützen? Welche Software lässt sich an welche Hardware koppeln, um Zugausfälle zu vermeiden, Maschinenverfügbarkeiten zu erhöhen und Kosten zu senken? Und wie können mobile Apps die Arbeit des Instandhalters an Eisenbahnobjekten im Feld erleichtern?

Wer einen Lösungsansatz für die Instandhaltung der Zukunft hat, gelangt hier direkt zur Bewerbung!

Bereits erfolgreiche Pilotprojekte durchgeführt

Wie Smart Maintenance in der Praxis aussehen kann, zeigt ein Startup aus Batch Nummer zwei. Dynamic Components arbeitete an einer Diagnosemethode für Defekte an Fahrtreppen und Aufzügen. „Wir haben eine herstellerunabhängige Lösung zur Datenerfassung an bestehenden Anlagen und Maschinen durch Nachrüstung von Sensorik entwickelt“, erzählt Mitgründer Michael Geisinger. „Im Rahmen des Accelerators konnten wir diese Technologie dann an Fahrtreppen und Aufzügen zur Vorhersage von Ausfallzeitpunkt und Schadensbild erfolgreich testen: Aufgrund der vielversprechenden Ergebnisse wollen wir gemeinsam mit der Deutschen Bahn in Zukunft die Technik auf weitere Anlagen und Maschinen im Bahnhofsumfeld anwenden."

Hier gibt es mehr Infos zum DB Accelerator!

Themenschwerpunkte Smart Maintenance

Für diesen Durchgang hält die Deutsche Bahn insbesondere nach Startups Ausschau, die Daten dieser Art generieren sowie weiterverwerten oder sich auf mobile Anwendungen zur Verbesserung und Erleichterung der Durchführung der Wartungsarbeiten konzentrieren.

Wie lassen sich also datenbasierte Vorhersagen nutzen, um die Instandhaltung von Zügen und Maschinen effizienter zu gestalten und welche Technik beschleunigt die Wartungsarbeiten vor Ort? Denkbare Technologien wären zum Beispiel:

  • AR-Brillen zur Anleitungsdarstellung von Reparaturen
  • VR-Brillen zur 360-Grad-Videovisualisierung von Arbeitsplätzen wie Baustellen oder technischen Anlagen
  • Navigationslösungen zur Erreichung von Anlagen an entlegenen Orten
  • Exoskelette zum Heben schwerer Lasten
  • Mensch-Maschine-Interaktion wie robotergestützte Montage-Lösungen
  • 3-D-Drucker zur schnellen Fertigung von Ersatzteilen
  • Deep-Learning-Lösungen, die Daten sehend, hörend oder fühlend erfassen und künftiges Verhalten von Maschinen vorhersagen
  • Echtzeit-Diagnostik, wie Sensoren zur Verhinderung von Signal- oder Weichenstörungen
  • Vernetzte Technologien zur Unterstützung der mobilen Serviceteams
  • Papierloses Wissensmanagement

 

Beim meet@mindbox 2016 kamen Startups mit Wissensträgern und Entscheidern zusammen

 

Networking und Community

Beim DB Accelerator steht der Vernetzungsgedanke stark im Vordergrund. Durch das große Konzernnetzwerk und die vielen internen Events bieten sich Startups großartige Chancen, Schlüsselpersonen der Mobility-Branche kennenzulernen. Solche Kontakte können so manche zuvor nicht bedachte Tür öffnen.

Zudem erhalten die Teams auf externen Veranstaltungen, wie der CeBIT oder der InnoTrans, zusätzliche Präsenz und Reichweite. Valerian Seither (Mitgründer des Berliner E-Roller-Verleihservices eMio) erzählt: „Auch nach dem Accelerator sind wir von der Deutschen Bahn bei zahlreichen Events eingebunden worden, wie zum Beispiel bei der „Mobilität erleben" 2016. Dort konnten wir unser Netzwerk erweitern und eine hohe Aufmerksamkeit für unser Produkt erzeugen, auch durch die Presse.“

eMio - Deutsche BahnValerian Seither auf der „Mobilität erleben" 2016

Die Startups werden auch nach Abschluss des DB Accelerators an die Bahn-Community angebunden – so treffen sich die Alumni beispielsweise auf regelmäßigen Networking-Events wieder. Der rege Informationsfluss und die Schnittstellen zwischen den Teams aus den unterschiedlichen Batches ist etwas, was zu tollen Synergien führen kann. Das verdeutlicht André Leimbrock, Mitgründer von Dynamic Components. „Durch das Alumni-Netzwerk ergab sich für uns später eine Kooperation mit KONUX, einem weiteren Accelerator-Startup.“

Die Details zur Bewerbung

Bewerben können sich alle Startups, die drei Monate Zeit mitbringen. Die Teams sollten mindestens ein MVP oder Prototypen entwickelt haben und diesen gemeinsam mit der Deutschen Bahn auf die nächste Ebene heben wollen. Later-Stage-Startups sind ebenfalls willkommen.

Wichtig ist, dass die Teilnehmer ein starkes Interesse an technischen Problemlösungen zeigen: Ein Hardware-Startup sollte den Antrieb haben, seine Innovation an eine Software-Lösung koppeln zu wollen – und umgekehrt. Denn letztendlich stellt die intelligente Kombination aus Hard- und Software die Zukunft der modernen und effizienten Instandhaltung dar. Daneben steht die optimierte Durchführung der Instandhaltungsleistungen durch digitale Unterstützung des Technikers im Fokus.

Neue Ideen für die Instandhaltung der Zukunft: Hier finden Interessierte alles Wissenswerte zur Bewerbung!

 

Die Timeline im Überblick

  • Bewerbung bis 8. März
  • 17. März: Verkündung der Pitch-Kandidaten
  • 27. und 29. März: Pitch-Trainings
  • 30. März: Pitch-Event in Berlin
  • 24. April – 23. Juli: DB Accelerator
  • Demo Day tba.

 

 

Artikelbild: Annette Koch, Deutsche Bahn AG
Bild eMio: Volker Emersleben, Deutsche Bahn AG

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