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Dieses Startup will jeden Ort auf der Welt finden

<> on February 23, 2009 in Dresden, Germany.

Nicht jedes Haus auf der Welt hat eine Adresse. Damit Briefe trotzdem ankommen, hat das Startup What3words eine ungewöhnliche Idee. Die Deutsche Bahn investiert.

Drei Wörter – damit will What3words jeden Ort auf der Welt ausfindig machen. Statt Straßennamen, Nummern und Postleitzahlen zu nutzen, hat das britische Startup die Weltkarte mit einem Gitter aus 57 Billionen drei Mal drei Meter großen Quadraten überzogen. Jedes dieser Quadrate hat einen einzigartigen Namen aus drei zufällig ausgewählten Wörtern. So lassen sich auch Orte identifizieren, die keine Hausnummer haben, weil sie in abgelegenen Gegenden liegen, oder schlicht gar keinen Briefkasten besitzen. Der Berliner Alexanderplatz lässt sich beispielsweise unter „Praktisch, Hinterher, Eistee“ finden. Für Logistik-Unternehmen ein interessantes Konzept, findet nun die Deutsche Bahn und investiert eine nicht genannte Summe in das Startup.

Seit seiner Gründung 2013 hat What3words über 13,5 Millionen Dollar eingesammelt. Investiert sind unter anderem der Computer-Chip-Hersteller Intel und der Logistik-Konzern Aramex aus Dubai. Neu-Investor DB Digital Ventures verspricht sich von der Beteiligung eines Tages Qualitäts- und Effizienzsteigerungen im Warenverkehr. Derzeit bietet das Startup den Adressservice auf seiner Webseite und als App an. Mit dem neuen Kapital will das Unternehmen laut dem Gründer Chris Sheldrick eine Spracherkennung einführen, um die Bedienung zu vereinfachen.

Lustige Adressen für Reichstag und GS-Redaktion

Künftig soll der Service von What3words vor allem bei Drohnen und Kurieren zum Einsatz kommen. Interessant ist das alternative Adress-System dabei, weil das Drei-Wort-Prinzip einen Hauseingang oder einen Briefkasten sehr genau lokalisiert, während Straßen und Hausnummern nicht immer direkt zum Ziel führen müssen. Damit bietet sich die Idee des Startups auch für ungewöhnliche Logistik-Aufträge an: Die Vereinten Nationen haben What3words zum Beispiel in ihre Crowdsourcing-App für Katastrophenhilfe integriert. So können Güter punktgenau auch in Gebiete transportiert werden, deren Straßensystem wegen Umweltkatastrophen oder Kriegen zusammengebrochen ist. „Im Fall von Rettungs- oder Hilfsaktionen, die DB Schenker regelmäßig durchführt, kann What3words Leben sichern“, so Boris Kühn, Geschäftsführer des DB-Investment-Fonds. Aber auch im alltäglichen Einsatz sei der Service des Startups sinnvoll: „In der Logistik können schon wenige Minuten Zeit Millionen Euro sparen und die Kundenzufriedenheit erhöhen“, so Kühn.

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Außerdem verwandelt What3words komplexe GPS-Koordinaten in eine einprägsame Adresse. Der Berliner Reichstag befindet sich beispielsweise bei „Erwacht, Geologin, Oper“ – schon fast eine kleine Geschichte und nicht nur eine Anordnung von zufälligen Wörtern. Auch die Gründerszene-Redaktion hat mit „Wörter, Ablage, Kohle” eine wortmalerische Adresse abbekommen.

Clare Jones von What3words ist Speaker bei der Heureka Founders Conference 2017. Tickets für die Veranstaltung am 20. Juni gibt es hier.

Bild: Getty/Sean Gallup

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