Deutsche Carsharing-Allianz gegen die Valley-Konkurrenz formiert sich

BMW und Daimler forcieren laut eines Berichts die Fusion ihrer Carsharing-Dienste. Eine gemeinsame Marke gegen Uber und Co. könnte so entstehen.

Die Fusionsgespräche sollen schon seit Ende vergangenen Jahres laufen: Demnach plant BMW und Daimler die Verschmelzung der beiden Carsharing-Töchter Car2Go und DriveNow, hieß es in Medienberichten. DriveNow-Chef Sebastian Hofelich dementierte die Fusionspläne damals gegenüber NGIN Mobility. Er sei nicht in Verhandlungen eingebunden gewesen, es handle sich um „Spekulationen“. Auch der Mietwagen-Service Sixt, der die Hälfte der Unternehmensanteile an DriveNow hält, lehnte einen Zusammenschluss vehement ab. Eine Fusion der beiden deutschen Wettbewerber schien vom Tisch. Doch wie das Manager Magazin nun berichtet, habe Sixt sein Veto zurückgezogen.

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Bei einer geschätzten Unternehmensbewertung von 480 Millionen Euro für DriveNow seien die Sixt-Vorstände von ihrem Widerstand gegen einen Zusammenschluss abgerückt, heißt es in dem Bericht. Die drei Partner Daimler, BMW und Sixt befänden sich derzeit in Gesprächen, eine neue, gemeinsame Mobilitäts-Marke zu launchen. Ende des dritten Quartals soll ein entsprechender Entwurf für die Fusion vorgelegt werden.

Auch wenn alle beteiligten Unternehmen einlenken, könnte das Kartellamt den Zusammenschluss noch kippen. Der gemeinsame Carsharing-Service würde den deutschen Markt klar dominieren. Die geplante Allianz ist weniger gegen den europäischen Sharing-Wettbewerb wie Europcars Ubeeqo oder Citroëns Multicity gerichtet als gegen die Konkurrenz aus dem Silicon Valley – denn die ist kapitalstark und wartet nur darauf, auch den deutschen Markt mit weiteren Mobilitätsangeboten anzugehen.

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Sollte etwa das Personenbeförderungsgesetz in Deutschland gelockert werden – wofür auch die deutschen Autobauer Lobby machen –, würde Uber nicht länger in Deutschland verboten sein. Auch für derlei Fälle möchten Daimler und Co. gewappnet sein. Schließlich gehört MyTaxi zum Stuttgarter Konzern. Durch die geplante Fusion sollen auch Marken wie MyTaxi und die Beförderungs-App Moovel mit den Angeboten von BMW und Sixt zusammengelegt werden.

Bild: Getty Images/CHRISTOF STACHE

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