Dieses Startup aus Baden-Baden will abheben

Ballon? Hubschrauber? Flugzeug? Mit einer Mischung aus allem wollen zwei Gründer künftig den Luftraum erobern. Bald soll die erste Serienproduktion starten.

Er sieht aus wie ein linsenförmiger Ballon. Fliegt schnell wie ein Flugzeug. Und ist agil wie ein Hubschrauber: der H-Aero. Mit diesem neuartigen Flugobjekt will Csabar Singer gemeinsam mit seinem Partner Christian Schultze den Luftraum erobern: „Wir wollten ein Hybrid-Flugzeug entwickeln, das die Vorteile der drei Systeme Ballon, Flugzeug und Hubschrauber miteinander vereint“, sagt Singer im Gespräch mit NGIN Mobility und Gründerszene.

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Denn einzeln haben diese Flugkonzepte jeweils ihre Schwächen. Flugzeuge sind zwar schnell und können lange Strecken zurücklegen, benötigen aber große Mengen an klimaschädlichen Treibstoffen und lange Start- und Landebahnen. Ballons sind indes energieeffizient und können schwere Lasten transportieren, sind jedoch langsam und schwerfällig. „Wir wollten diese Nachteile unter der Anwendung von Synergien eliminieren“, so Singer.

Energie durch Solarzellen

Entstanden ist ein Flugzeug mit viel Potenzial. Der H-Aero kann wie ein Hubschrauber senkrecht starten. Die mit Helium gefüllte Linse hält das Objekt in der Luft, ohne dass weitere Energie hinzukommen muss. Mit den um 180 Grad drehbaren Flügeln kann das Flugzeug nach vorne, hinten oder zur Seite steuern – wie ein Hubschrauber. Durch die Ballonhülle ist das Objekt sehr leicht. An den beiden Flügeln sind zwei Elektromotoren montiert. Künftig sollen die sich vollständig durch Solarzellen speisen, Energie von außen ist dann nicht mehr nötig. Dadurch soll H-Aero später einmal tage- oder sogar monatelang in der Luft bleiben können.

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Das wäre ideal für die Verkehrs- oder Veranstaltungsüberwachung, für den Einsatz als Wetterstation oder auch, um Internet in entlegene Gebiete zu bringen.

Bis jetzt hat das von Singer und Schultze im Dezember 2016 gegründete Startup, die Hybrid-Airplane Technologies GmbH, zwei Prototypen gebaut. Die können bis zu drei Kilo Last in die Lüfte befördern und erreichen eine Geschwindigkeit von bis zu 20 km/h. Je nach Ausstattung mit Kameras und Co. kostet ein solches Objekt zwischen 4.000 und 20.000 Euro. Gesteuert wird es über eine Fernbedienung per Funk oder Mobilfunk, WLAN und autonome Flugsequenzen.

Crowd-Investing-Kampagne soll erste Serie finanzieren

Das Unternehmen soll langsam wachsen. Bisher haben sie Singer und Schultz überwiegend durch öffentliche Gelder finanziert. Um die Serienproduktion starten zu können, haben die beiden Gründer eine Crowd-Investing-Kampagne auf der Plattform SpaceStarters gestartet. 200.000 Euro sollen dadurch zusammenkommen.

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Für die Zukunft hat das Duo große Pläne. Langfristig soll auch der Transport von Menschen und schweren Lasten möglich sein. Bis dahin werden voraussichtlich aber noch einige Jahre vergehen.

Auch im Silicon Valley träumen Gründer von neuen Flugkonzepten, die beispielsweise große Lasten transportieren sollen. Angeblich bastelt Google-Mitgründer Larry Page an einem Luftschiff. Ein ähnliches Projekt in Deutschland scheiterte im Jahr 2002.

Bild: Hybrid-Airplane Technologies

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