Dieses Startup aus Sachsen will jeden zu einem Roboter-Programmierer machen

Können auch Nicht-Programmierer Robotern sagen, was sie tun sollen? Wenn es nach dem Dresdner Startup Wandelbots geht, ja. Es hat dafür eine smarte Jacke entwickelt.

Ob smarte Assistenten, Roboter oder das Internet der Dinge: Die Digitalisierung der Wirtschaft wird in den nächsten Jahren unsere Arbeitswelt verändern. Viele Unternehmen haben jedoch Probleme, sich auf den digitalen Wandel einzustellen und genügend IT-Experten zu finden.

Der deutschen Wirtschaft fehlen derzeit laut einer Studie des Branchenverbands Bitkom etwa 51.000 IT-Fachkräfte. Besonders hoch ist der Mangel an Informatikern. Allein in der IT-Branche sind 60 Prozent der Unternehmen auf der Suche nach Programmierern. Ohne sie dürfte es schwierig werden, auch in Zukunft Produkte zu entwickeln oder zu steuern.

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Eine Lösung dafür hat das Dresdner Startup Wandelbots gefunden. Mit ihren Wearables kann jeder Laie zum Roboter-Programmierer werden. Das Prinzip: In eine smarte Jacke sind Sensoren eingebaut, die jede Bewegung des Trägers an einen Computer schickt, der wiederum den Roboter kontrolliert. Mit der Technik können Menschen den Robotern bestimmte Arbeitsabläufe beibringen und mit ihnen kommunizieren. Gerade im produzierenden Gewerbe, etwa bei Autoherstellern, ist das interessant.

Die Jacken und die dahinter stehende Software von Wandelbots ist bisher nur auf Industrieroboter zugeschnitten. Der deutsche Halbleiterhersteller Infineon setzt sie zum Beispiel in der Produktion ein, auch mit VW und einem Möbelhersteller sei man gerade im Gespräch. „Vorher musste Infineon eineinhalb Tage an Arbeit und ein Budget von 25.000 Dollar investieren, um fünf Roboter neu zu programmieren“, sagt Wandelbots-Gründer Christian Piechnick.

Mit der smarten Jacke könnten die Werksarbeiter den selben Programmierauftrag 20 Mal schneller und zehn Mal günstiger erledigen. Die Angst, dass Roboter den Menschen ablösen, halte er jedoch für unbegründet. Beispielsweise seien sie bei vielen Aufgaben einfach nicht feinmotorisch genug, etwa bei Montagen im Millimeterbereich.

Langfristig sei die Technologie nicht nur für Tech-Unternehmen interessant. „In absehbarer Zeit werden Roboter die Leute auch zu Hause unterstützen. Ein Bereich ist zum Beispiel die Pflege, wo es kaum Fachkräfte gibt“, so Piechnick zu Business Insider.

Piechnick hat Wandelbots zusammen mit seiner Frau Maria und vier weiteren Doktoranden vom Lehrstuhl für Softwaretechnologie an der TU Dresden im Frühjahr 2016 gegründet. Maria Piechnick arbeitete damals an ihrer Doktorarbeit zum Thema Wearables und hatte die Idee, smarte Kleidung als Controller für Roboter einzusetzen. 

Dieser Artikel erschien zuerst auf Business Insider Deutschland.
Mehr von Business Insider Deutschland:

BIld: Webseite Wandelbots

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