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Dronegrid: Drohnen als fliegende Vogelscheuchen

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Sie verjagen Vögel und kontrollieren Früchte auf Schadstellen: Die Drohnen des Startups Dronegrid schwirren über Felder und helfen Landwirten bei der Ernte.

Copter-Rennen, Luftakrobatik oder Panoramaaufnahmen von oben – Drohnen werden in Deutschland bisher meist zur privaten Unterhaltung benutzt. Doch auch die Industrie entdeckt die Flieger zunehmend für sich. So bekommen Drohnen mittlerweile neben all dem Spaß auch ernsthafte Jobs: zum Beispiel als Vogelscheuchen.

Ein Startup, das Drohnen zum Vogelschreck werden lässt, heißt Dronegrid und produziert selber gar keine Drohnen. Stattdessen entwickelt das Team um Gründer Vishal Punamiya Software, die Drohnen automatisch steuert, sodass sie ohne Aufsicht Arbeiten verrichten können.

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Zwei Wächter-Drohnen wechseln sich ab

Das Konzept testet das Startup aus Belgien derzeit in der Landwirtschaft. Neben der speziellen Software haben Punamiya und sein Team auch eine überdachte Drohnen-Ladestation entwickelt, die am Rand von Feldern aufgestellt wird. Darin überstehen die Flieger Hitze, Kälte und Unwetter und laden Energie für ihre Rundflüge über die Äcker. Bis zu 400 Hektar kann eine Drohne überwachen, wenn sie das Wachstum der Pflanzen messen soll. Bekommt sie jedoch anspruchsvolle Aufgaben wie das Verscheuchen von Vögeln, werden zwei Drohnen pro Hektar benötigt.

„Während die eine Energie lädt, bewacht die andere das Feld“, sagt Dronegrid-CEO Punamiya. „Nach einer halben Stunde wechseln sie sich ab.“ Seit zwei Monaten schützen Drohnen des Startups eine Apfel- und Birnenplantage mit über 200 Hektar. Es ist eins von mehreren Testprojekten. „Normalerweise werden Vögel mit fest montierten Lautsprechern verscheucht“, erklärt Punamiya die Vorzüge der fliegenden Vogelscheuchen. „Doch daran gewöhnen sie sich nach einem oder zwei Tagen, wenn sich die Geräuschquelle nicht bewegt.“

Dabei sind angefressene Früchte gar nicht mal ein so großes Problem für die Landwirte. Problematischer seien die kleinen Verletzungen der Fruchtschale durch Vogelkrallen, so Punamiya. An diesen kleinen offenen Stellen können Bakterien wachsen. Viele Früchte sind deswegen mit kleinen braunen Stellen übersät.

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Um die krallenbewehrten Apfeldiebe auf Distanz zu halten, schwirren nun Drohnen über die Felder und beschallen die Obstbäume mit einem Mixtape von Falkenrufen. Neben ihrem Job als Vogelscheuche sammeln die mechanischen Flieger Daten über Krankheitsbefall und Bodenfeuchtigkeit.

Auch für Solaranlagen und Pipelines

Sechs Monate können die Drohnen ununterbrochen und unbeaufsichtigt ihren Dienst tun. Danach nehme die Batterieleistung langsam ab, sagt der CEO. Alle gesammelten Daten übertragen die Drohnen unmittelbar in eine Cloud, damit Datendiebe höchstens die Drohne erbeuten können. Die Kosten für eine Drohne liegen laut Punamiya je nach Einsatzgebiet zwischen 20.000 und 25.000 Euro pro Drohne. Einen genauen Preis will er nicht nennen – aus Angst vor der Konkurrenz.

Die versucht ebenfalls Drohnen für den landwirtschaftlichen Einsatz fit zu machen. Gamaya und Quantum Systems werkeln beispielweise an der Hardware, um ebenfalls die Ernte aus der Luft zu analysieren.

Doch die Landwirtschaft ist nicht das einzige potenzielle Einsatzgebiet, das für Analyse-Software aus der Luft interessant ist. So überprüfen die Drohnen von Dronegrid beispielsweise auch Solaranlagen auf Schäden. Reperaturbedürftige und damit überhitzte Kollektoren erfassen die Flieger mittels Wärmebildkameras und melden den Ausfall an den Besitzer. Und auch Pipelines können mit den Fliegern auf Schäden überprüft werden. Bisher müssen dafür noch Tausende Kilometer via Helikopter abgeflogen werden.

Bild: Dronegrid

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