E-Autos aus zweiter Hand – ein Schnäppchen?

Als Neuwagen ist vielen ein E-Fahrzeug noch zu teuer. Gebraucht kosten sie jedoch oft weniger als ein vergleichbarer Verbrenner. Mit einer Ausnahme – Tesla.

Noch immer scheuen sich viele davor, ein E-Auto zu kaufen. Daran hat auch die vor etwa einem Jahr eingeführte E-Auto-Kaufprämie von bis zu 4.000 Euro nichts geändert. Die Gründe: zu geringe Reichweiten, zu hohen Kosten. Was viele nicht wissen: Gebrauchte Stromer bieten eine günstige Alternative. Teilweise sind sie sogar erschwinglicher als ein vergleichbarer Verbrenner aus zweiter Hand.

Ein Renault Zoe (Neupreis: 17.300 Euro) kostet nach drei Jahren mit 20.000 Kilometer jährlich auf dem Buckel knapp 9.000 Euro, wie die Deutsche Automobiltreuhand (DAT) ermittelt hat – und ist damit günstiger als ein vergleichbarer gebrauchter Clio mit Verbrenner. Der schlägt laut DAT nach 36 Monaten mit 9.800 Euro zu Buche (Neupreis: 16.800 Euro).

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Wer sich für einen VW e-Golf aus zweiter Hand entscheidet, spart laut den DAT-Berechnungen noch mehr. 17.600 Euro kostet das Fahrzeug demnach nach 36 Monaten – und damit fast 12.000 Euro weniger als bei der Erstzulassung. Gebraucht ist der Stromer dann genauso teuer wie ein VW Golf aus zweiter Hand. 

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Doch die niedrigeren Restwerte für Gebrauchte gelten nicht für alle Stromer. Die Ausnahme ist Tesla. Auch wenn sie nicht als erster Halter im Fahrzeugbrief stehen, legen Autokäufer dafür noch hohe Summen auf den Tisch. Das hat einen Grund: Tesla-Fahrzeuge sind „Lifestyle-Produkte mit viel Fahrspaß”, sagt Siegfried Trede, Leiter der DAT Fahrzeugbewertung. Da mache es keinen Unterschied, ob das Auto neu oder gebraucht sei.
Außerdem ist die Warteliste für Neufahrzeug lang. Das dürfte auch in den Werterhalt einzahlen.

Bei Tesla-Fahrzeugen spielt der Preis keine Rolle

Ein Blick auf die Beliebtheitsskala zeigt: Tesla ist nach wie vor der Liebling unter den E-Auto-Fans. Das belegt auch eine Untersuchung der Online-Plattform AutoScout 24. Das Online-Portal hat kürzlich eine Liste der zehn beliebtestes Elektro-Gebrauchten zusammengestellt – basierend auf den Seitenaufrufen. Das Tesla Model S hat dabei doppelt so viele Seitenaufrufe wie alle anderen Modelle in der Rangliste zusammen. Allerdings ist das Fahrzeug alles andere als ein Schnäppchen. Rund 87.000 Euro legen E-Autokäufer laut AutoScout24 für ein Tesla Model S aus zweiter Hand noch auf den Tisch. Zum Vergleich: Neu ist das Fahrzeugmodell auf AutoScout 24 je nach Ausstattung mit knapp 90.000 Euro gelistet.

Unter den Top Ten von AutoScout24 sind jedoch auch günstigere E-Modelle vertreten. Darunter drei des französischen Autobauers Renault – mit Preisen unter 20.000 Euro. Das günstigste Modell ist der Twizy mit 6.100 Euro. Der ist allerdings streng genommen gar kein E-Auto. Sondern als Quad zugelassen. Das heißt: Er muss keinen Crash-Test bestehen.

Unterm Strich steigt das Interesse an gebrauchten E-Autos, sagt Sebastian Lorenz, Vice President Consumer bei AutoScout24.  Elektroautos „erhalten inzwischen mehr Seitenaufrufe pro Inserat als Diesel- oder Benzinautos“.

Bild: Getty Images /  JOHANNES EISELE

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