Diese Gründer bringen die Knutschkugel zurück auf die Straße – mit E-Antrieb

Mit einer elektrifizierten Isetta wollen drei Schweizer ein günstiges Elektroauto für den Massenmarkt produzieren. Im November soll das erste Vorserienfahrzeug kommen.

Eigentlich sind Zweiräder seine Welt. Wim Ouboter erfand 1997 einen schlanken Alu-Roller, hierzulande besser bekannt als Kickboard. Zehn Millionen Stück wurden davon bisher produziert. Jetzt widmet er sich der Schweizer einem neuen Projekt: einem E-Auto für die Stadt.

Gemeinsam mit seinen beiden Söhnen Merlin und Oliver will er den Isetta (BMW) wieder auf die Straße bringen – jedoch als Elektroauto. Nicht nur der Antrieb ist bei der Wiederauflage der „Knutschkugel“ neu, wie das Fahrzeug damals im Volksmund liebevoll genannt wurde. Im Vergleich zum Original soll der sogenannte Microlino im Innenraum größer sein. Und tatsächlich haben Autofahrer in dem Zweisitzer genügend Beinfreiheit, wie ein erstes Testsitzen im Prototypen auf der IAA in Frankfurt zeigte (siehe Video). Wie beim Original erfolgt der Ein- und Ausstieg über die Vorderseite des Fahrzeuges.

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Die Idee ist den drei Ouboters bei einem Fernsehabend gekommen, wie sie erzählen. Damals hätten sie in einem Film eine elektrische Version des Fahrzeugs gesehen. Daraufhin ließen sie es in China nachbauen. Weil ein erster Prototyp auf dem Genfer Autosalon 2015 auf großes Interesse gestoßen sei, hätten sie sich dazu entschieden, das Fahrzeug tatsächlich zu produzieren – gemeinsam mit Tazzari. Mit dem italienischen Autobauer hat Microlino im Jahr 2016 ein Joint Venture geschlossen.

Je nach Batterie (8 kW/h oder 14,4 kW/h) werde der Zweisitzer eine Reichweite von 120 bis 250 Kilometern haben und auf maximal 90 km/h beschleunigen können, so die Unternehmer. Geladen werden kann der Microlino an einer herkömmlichen Steckdose. Mit seinen 2,40 Metern Länge soll die Knutschkugel auch quer in eine Parklücke passen. Die Basisversion werde 12.000 bis 13.000 Euro kosten – inklusive der kleineren Batterie.

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Weil der Microlino in die Kategorie der „Leichtkraftfahrzeuge” gehöre, muss er laut Gesetz keine Crashtests bestehen.

Mitte November wollen die drei Ouboters ihren ersten Microlino-Showroom in Zürich eröffnen und dort ein Vorserien-Fahrzeug präsentieren, kündigt Merlin Ouboter im Gespräch mit NGIN Mobility an. Etwas später soll die erste Microlino-Kleinserie gebaut werden, etwa 100 Fahrzeuge. Für die Jahre danach hat das Familienunternehmen große Pläne: Ab 2019 sollen jährlich 3.000 bis 5.000 Microlinos vom Band laufen. Zunächst werde das Mini-E-Auto in Deutschland, der Schweiz und Italien auf den Markt kommen, so Merlin Ouboter. Weitere Länder seien in Vorbereitung.

Was es neben dem Microlino noch alles auf der New Mobility World zu sehen gab:

 

Bild: Microlino

 

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