Erdogan will türkisches Auto produzieren lassen

Die Türkei soll ein eigenes Auto produzieren, sagt Staatspräsident Recep Erdogan. Schon in vier Jahren soll das Modell auf den Markt kommen.

In vier Jahren soll es so weit sein und das erste türkisches Automodell auf den Markt kommen, ein Prototyp werde bereits 2019 fahren. Das hat Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan angekündigt.

Für die Produktion soll ein Zusammenschluss von fünf Firmen sorgen: die Anadolu-Gruppe, das türkisch-katarische Unternehmen BMC, die Kiraca Holding, der Mobilfunk-Betreiber Türkcell und die Zorlu Holding seien beauftragt worden, so Erdogan: „Wir wollen keine Verzögerungen bei diesem Projekt und werden keine Verspätungen dulden“, zitiert ihn dpa.

Nach der Meinung des Staatspräsidenten werden Türken das selbstproduzierte Auto bevorzugen. Er selbst wolle der erste zahlende Kunde des türkischen Autos werden. „Niemand sollte zögern. Wir werden das beste Auto der Türkei produzieren mit dem besten Design und der besten Technologie, für unser Land und die Welt“, so Erdogan. Es sei eine Schande, dass die Türkei kein eigenes Auto produziere. „Heute machen wir einen historischen Schritt, um diese Schande loszuwerden.“

Aktienkurse brechen ein

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Die Türkei hatte ab 1966 dank einer Kooperation mit Ford bereits sieben verschiedene Modelle der „Anadol“-Reihe auf den Markt gebracht, die im Land entworfen und produziert wurden. Das US-Partner-Unternehmen lieferte damals die Motoren. In den 90ern wurde die Reihe wieder eingestellt. Ab 1971 lieferte die Türkei in einer Kooperation mit Fiat zudem den Tofas Murat aus – einer angepassten Variante des Fiat 124. Fiat-Fahrzeuge werden bis heute in alten Tofas-Werken in der Türkei produziert.

Derzeit produzieren viele internationale Auto-Konzerne in der Türkei, darunter sind laut Automobilexporterverband Uludag Toyota, Ford, Renault, Fiat, Honda und Hyundai. Über 1,1 Millionen Fahrzeuge rollen pro Jahr in türkischen Werken vom Band. Kritiker monieren, dass das verpflichtete Konsortium allerdings unerfahren in der Auto-Produktion sei. Nach Bekanntgabe gaben die Aktienkurse von Anadolu Isuzu, Türkcell und der Zorlu Holding um bis zu elf Prozent nach.

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Bild: Getty / Pool

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