Exklusiv: Exit bei Evopark – Kölner Gründer verkaufen gehyptes Parkstartup

Nach drei Jahren wird Evopark mehrheitlich von einem Mittelständler übernommen. Scheidt & Bachmann will von der Digitalkompetenz des Park-Startups profitieren.

Bekannt ist Evopark durch die TV-Show Die Höhle der Löwen. Das Startup pitchte im vergangenen Jahr in der Vox-Gründershow seine Park-App – schlug dann aber die von den Investoren gebotene 1,5-Millionen Euro-Finanzierung aus. Im selben Jahr sorgte ein Porsche-Investment dann für viel Aufsehen. Der Autobauer stieg damals mit einer Millionenfinanzierung bei dem Kölner Startup ein –  gegen eine Minderheitsbeteiligung von etwa 22 Prozent.

Jetzt haben die vier Gründer Maximilian Messing, Marik Hermann, Tobias Weiper und Sven Lackinger einen Exit hingelegt. Ab Januar hält Scheidt & Bachmann, ein Familienunternehmen für Parkhaussysteme, 75 Prozent der Anteile an dem Kölner Startup. Die restlichen 25 Prozent verleiben bei den Gründern, vor der Übernahme gehörte ihnen noch etwas mehr als die Hälfte des Unternehmens. Investor Porsche Digital sowie Business Angels geben ihre Anteile im Rahmen der Transaktion ab. Zur Höhe des Kaufpreises wollten sich die Gründer auf Nachfrage von NGIN Mobility nicht äußern.

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Der Kontakt zum neuen Investor bestehe schon seit 2014, heißt es. Scheidt & Bachmann sei einer der ersten Kunden gewesen, die das Evopark-System in ihre Parkhäuser integriert hätten. Sich gegenüber etablierten Anbietern zu behaupten, war nicht immer leicht. Samuel Spaltner, Manager von Scheidt & Bachmann, sagte vergangenes Jahr gegenüber der Rheinischen Post, er habe sich erst einmal schwer mit Evopark getan. „Die Jungs sind durchaus ein paar Mal abgeblitzt, aber irgendwann bekamen sie einen Termin.“ 

Erfolg mit neuem Geschäftsmodell

Gestartet ist Evopark mit einer App, die freie Plätze in Park­häu­sern an­zeigt und dort ein bar­geld­lo­ses Be­zah­len er­mög­licht. Heute ist der Parkservice des Startups nach eigenen Angaben in 28 deutschen Städten und 84 Parkhäusern und Tiefgaragen verfügbar. Zuletzt hatten die Gründer ihr Geschäftsmodell neu ausgerichtet – weg von der eigenen Enkundenmarke, hin zum B2B-Dienstleister.

Dieser Weg soll auch nach der Übernahme durch Scheidt & Bachmann beibehalten werden: An der Positionierung als „offene, herstellerunabhängige Plattform“ ändere das Investments nichts, sagt Sven Lackinger, Gründer von Evopark im Gespräch mit NGIN Mobility und Gründerszene. „Wir fokussieren uns in Zukunft auf Lösungen für Parkraumbetreiber, Mobilitätsdienstleister und Automobilhersteller.“ Diese vertreiben das Evopark-Angebot an ihre Kunden. Schon heute setzen beispielsweise die AXA Versicherung, große Parkhausbetreiber wie Park One, B+B Parkhaus, Q-Park und zahlreiche regionale Betreiber wie die Stadtwerke Trier auf die Evopark-Technologie. Auch die Zusammenarbeit mit dem früheren Anteilseigner Porsche soll ausgebaut werden. Umsätzen oder anderen Kennzahlen will der Gründer nicht verraten.

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Als nächsten Schritt will Evopark unter dem Dach des neuen Eigentümers expandieren. Ende 2018 wolle man den Schritt ins europäische Ausland wagen, heißt es. „Unsere Vision ist ein europaweites Angebot digitaler Stellplätze“, so Gründer Sven Lackinger. 

Weitere Hintergründe bald auf NGIN Mobility und Gründerszene.

Bild: Evopark

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