Millionen für das virtuelle Fahrticket von MotionTag

Ein Berliner Startup geht gegen den Tarifdschungel vor und will den Ticketkauf vereinfachen. MotionTag hat nun von mehreren Investoren frisches Kapital erhalten.

Fremde Stadt, der nächste Termin steht an und dann ist auch noch eine Schlange vor dem Fahrscheinautomaten – ein typisches Reiseszenario, wie es unzählige genervte Messebesucher schon an Bus- und Bahnhaltestellen durchlebt haben. Wenn es nach MotionTag geht, wird das Warten und Suchen nach dem richtigen Tarifgebiet bald ein Ende haben.

Mit einem virtuellen Ticket will das Startup die Reise mit dem Öffentlichen Nahverkehr vereinfachen. Als integrierbarer Service für bestehende ÖPNV-Apps bietet das Startup dem Endverbraucher ein Online-Ticket, das auch tarifgebietsübergreifend funktionieren soll. Für die Betreiber misst und wertet MotionTag das Bewegungsverhalten seiner Kunden aus. So sollen Bus- und Bahnbetreiber genau nachvollziehen können, welche Angebote wann genutzt werden. Mit dieser Idee im Gepäck haben die Berliner nun 1,3 Millionen Euro Kapital eingesammelt.

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Neben der Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB), BFB Brandenburg Kapital, die unter anderem an dem Wohnmobil-Sharing von Paul Camper beteiligt ist, haben die Schweizer Post und zahlreiche Business Angels investiert. „Wir investieren weiter in die Produktentwicklung, wie auch in den B2B-Vertrieb“, sagt MotionTag-Gründer Stephan Leppler gegenüber NGIN Mobility. Vor allem in die Entwicklung von Machine Learing sollen Teile des frischen Kapitals fließen. Das 2015 gegründete Startup werde außerdem weiterer rekrutieren, von derzeit 12 auf 16 Mitarbeiter im Januar 2018 aufstocken.

Das Startdatum steht noch nicht fest

MotionTag hat damals im Rahmen des Accelerator-Programms Mindbox der Deutschen Bahn seine Idee vorgestellt und anschließend zusammen mit dem Konzern seinen ersten App-Prototypen entwickelt. „Unser Ticketing-Produkt ist derzeit in der Pilotierung in Deutschland und in der Schweiz“, so Leppler. In welchen Regionen die App in Zukunft live gehen wird, möchte der Gründer noch nicht verraten. „Der Endkunde wird einen deutlich einfacheren Zugang zu ÖPNV-Tickets erhalten, jedoch wird er von MotionTag direkt nichts sehen, da wir unsere Lösungen in bestehende Systeme integrieren“, sagt Leppler.

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Abgesehen von den ÖPNV-Anbietern, die ihr eigenes virtuelles Ticket anbieten, hat das Startup bisher keinen direkten Wettbewerber hierzulande, der mehrere Verbünde zusammenfasst und darüber eine Auswertung der Fahrgastbewegungen anbietet.

Über die App der Deutschen Bahn, den DB Navigator, können Kunden bisher Tickets für Fahrten innerhalb von elf Verkehrsverbünden buchen. Die DB plant jedoch, das Angebot zu einer Art „Generalschlüssel“ für den Nahverkehr zu entwickeln, der den gesamten ÖPNV abdeckt. Dann sollen Reisende über die Navigator-Oberfläche eine Fahrkarte für jedes Tarifgebiet buchen können.

Bild: MotionTag

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