Instafreight sichert sich in der A-Runde acht Millionen Euro

Zahlreiche Startups versuchen, die Frachtlogistik zu digitalisieren und Spediteure mit Auftraggebern zu vernetzen. Auch Rocket Internet ist auf diesem Markt unterwegs.

Die digitale Speditions-Plattform Instafreight hat nach Informationen von Gründerszene eine Series-A Finanzierungsrunde mit einer privaten Investmentgesellschaft abgeschlossen und acht Millionen Euro eingesammelt. Das Startup des Unternehmensentwicklers Rocket Internet wurde 2016 gegründet und ist mit dem Anspruch angetreten, die Lieferkette in der Frachtbranche zu verkürzen und daraus Umsatzmargen abzuschöpfen. Instafreight ist in Deutschland und in angrenzenden EU-Ländern aktiv.

Anzeige
Instafreight versteht sich als digitale Spedition für Geschäftskunden. Das Unternehmen hat sich auf Flottendisposition und Einsatzsteuerung von Fahrzeugen spezialisiert. Fahrer erhalten per App Transportaufträge. Sie oder ihre Speditionen bringen damit besser ausgelastete Lkw auf die Straße. Das Startup verspricht eine Bezahlung innerhalb von 72 Stunden. Umgekehrt erteilen Unternehmen Frachtaufträge, die das Startup zum Festpreis an Speditionen vermittelt. Auftraggeber können jede Sendung online verfolgen. Geschäftsführer sind Philipp Ortwein und Maximilian Schäfer.

Auf dem zersplitterten Logistikmarkt tummeln sich zahlreiche Startups, die mit zum Teil identischen digitalen Konzepten die Lieferketten verkürzen wollen. Hier eine Auswahl der bekanntesten Unternehmen:

FreightHub

FreightHub wickelt Containertransporte in der See- oder Luftfracht komplett elektronisch ab. Kunden können Lieferungen buchen, verwalten und den Standort der Container verfolgen. Die Gründer sprachen 2016 von Partnerschaften mit 14 Reedereien. Der Rocket-Fonds GFC und Cherry Ventures beteiligen sich 2016 in einer Drei-Millionen-Runde an dem Speditionsstartup. Die Idee dafür kommt aus den USA. Hinter dem Unternehmen stehen die Heilemann-Brüder, Gründer sind neben Ferry Heilemann noch Erik Muttersbach und Michal Wax. FreightHub arbeitet mit der Rocket-Spedition Instafreight zusammen.

Sennder

Das Startup Sennder wickelt die Transporte ab und arbeitet dafür nach dem Flixbus-Prinzip mit kleineren Unternehmen zusammen. Mitte 2017 waren es etwa 50. Auftraggeber und Transporteure werden ohne weitere Mittelsmänner in Verbindung gebracht. Der schwedische Lkw-Hersteller Scania ist bei Sennder mit einem siebenstelligen Investment eingestiegen.

Frachtraum

Frachtraum vermittelt Teil- und Komplettladungen von Lkw unterschiedlicher Größen. Das Startup bietet alle Leistungen einer traditionellen Spedition, ergänzt sie jedoch durch digitale Techniken.

Cargonexx

Herzstück von Cargonexx ist ein lernender Algorithmus. Das System analysiert Frachten und soll Leerfahrten von Lkw vermeiden. Das Unternehmen ermittelt den aktuellen Spotmarkt-Preis einer Lieferung, der nicht weiter verhandelbar ist, und sucht dafür den geeignetesten Spediteur. Das Besondere: Sendungen innerhalb Deutschlands werden als haftender Spediteur übernommen. Darin unterscheidet sich Cargonexx von reinen Vermittlungsplattformen. Das Startup hat bis Oktober 2017 vier Millionen Wagniskapital erhalten.

Uber

Auch amerikanische Unternehmen digitalisieren den Logistikmarkt : Das US-Startup Flexport, in welches unter anderem Hollywood-Star Ashton Kutcher, Peter Thiels Founders Fund und Google Ventures investiert sind, ist das Original für den Klon FreightHub. Auch die Transportplattform Uber will am Frachtgeschäft teilhaben und in den USA per App Spediteure mit Frachtaufträgen vernetzen sowie Fahrer schneller als üblich bezahlen, wie es in einer Mitteilung heißt.

Folge NGIN Mobility auf Facebook!

Bild: Gettyimages / Sean Gallup

Folge NGIN Mobility auf:

In Kooperation mit
amplifypixel.outbrain