Bau-Unternehmer kauft insolventes Surf-Startup

Mit einem neuen Team macht der Hamburger Surfboard-Hersteller Lampuga weiter. Für die Crowd-Investoren bleibt wenig Hoffnung, dass sie noch Geld bekommen.

Es war eine Geschichte, die Hamburgs Startup-Szene im Frühjahr erschütterte: Der Surfboard-Hersteller Lampuga musste Insolvenz anmelden. Im Nachgang wetterte der Investor Nikolai Weisenburger heftig gegen den Gründer des Unternehmens, Benjamin Köhnsen äußerte sich damals zu den Vorwürfen nicht. Bis heute sind in dem Konflikt und den Hintergründen der Krise noch viele Fragen offen.

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Nun ist zumindest klar, wie es weitergeht. Der Investor Weisenburger übernimmt die Assets der Firma hinter der Marke Lampuga, der Sashay GmbH. So heißt es in einer Mitteilung. Weisenburger habe sich gegen mehrere Bieter im Insolvenzverfahren mit einem „attrativen Kaufpreis“ durchgesetzt, lässt sich der Insolvenzverwalter Tjark Thies zitieren. Der Bauunternehmer selbst wird auch die Geschäfte weiterführen. Gründer Benjamin Köhnsen ist nicht mehr an Bord.

Aktuell würden noch etwa zwölf Mitarbeiter bei Lampuga arbeiten, heißt es auf Nachfrage von Gründerszene. Darunter sollen sich auch ehemalige Mitarbeitern von Lampuga befinden, wie viele ist unklar. 33 Mitarbeiter haben im Frühjahr noch für das Unternehmen gearbeitet. Anfang des Jahres soll die Zahl der Mitarbeiter wieder steigen.

Wenig für die Crowd

Die Aussichten für die elektrischen Surfboards seien gut, heißt es vom Insolvenzverwalter, es gebe eine „hohe Nachfrage aus aller Welt“. Mit neuem Management und Entwicklungsleiter arbeite das Team an „der Weiterentwicklungen der bestehenden Modelle“, die das Unternehmen im kommenden Jahr präsentieren wolle.

Wenig Hoffnung bleibt unterdessen für die 600 Seedmatch-Investoren, die mehr als 800.000 Euro investiert hatten. „Bei den Rückzahlungsansprüchen handele es sich um nachrangige Forderungen, die im Rahmen des Insolvenzverfahrens wohl nicht befriedigt werden könnten“, schreibt der Insolvenzverwalter. Auf Nachfrage von Gründerszene sagt er, bis zur endgültigen Klärung könnten noch „mehrere Jahre“ vergehen.

Bild: Lampuga

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