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Lampuga-Insolvenz: Investor wettert gegen Gründer

Lampuga

Das Hamburger Surf-Startup Lampuga musste Insolvenz anmelden: Mangelhafte Motoren sollen Millionenschäden verursacht haben. Doch ein Investor widerspricht.

Vor wenigen Tagen musste das Hamburger Startup Lampuga Insolvenz anmelden. Warum das Startup, das elektrifizierte Surfboards herstellt, vor dem Aus steht, war bisher nicht klar. Nun gibt es erstmals ein Statement.

Grund für die Insolvenzanmeldung ist laut Insolvenzverwalter Tjark Thies eine technische Panne: Demnach sei das Startup 2016 in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten, nachdem defekte Motorglocken Kosten in Millionenhöhe verursacht hätten. Trotz der Probleme hatte Lampuga im Dezember 2016 eine Finanzierung über 3,5 Millionen Euro verkündet – Geldgeber war Nicolai Weisenburger, der die Auszahlung der Summe auch bestätigt. 

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Investor: weitere Zusammenarbeit „vollkommen ausgeschlossen“

Den Aussagen des Insolvenzverwalters widerspricht Weisenburger allerdings gegenüber Gründerszene vehement: Ihm sei nicht bekannt gewesen, dass Kosten für Reparaturen in Millionenhöhe angefallen seien. Weder zum Zeitpunkt seines Investments, noch heute. „Wir glauben nicht an diese extreme Darstellung“, sagt Weisenburger, „Wir denken, dass das sehr stark übertrieben ist.“ Auch gegen den Lampuga-Gründer Benjamin Köhnsen teilt der Investor kräftig aus: So seien kurz nach der Auszahlung gemeinsam vereinbarte Unternehmens-Ziele „plötzlich sehr deutlich verfehlt“ worden. Es hätten sich „gewisse Sachverhalte und Vorgänge“ zugetragen, die eine weitere Zusammenarbeit mit Köhnsen „vollkommen“ ausschlössen. Bei der Aufarbeitung der Insolvenzgründe vertraue er auf die Arbeit der Ermittlungsbehörden“, so Weisenburger weiter.

Während Köhnsen für Gründerszene seit Tagen nicht zu erreichen ist, will man sich im Büro des Insolvenzverwalters zu den Anschuldigungen nicht äußern. Von einem Sprecher heißt es lediglich, dass es sich um Unternehmensinterna handle, die man nicht preisgebe oder kommentiere.

Keine Kündigungen vorgesehen

In einer Mitteilung des Insolvenzverwalters heißt es weiter, die Produktion und der Vertrieb der Surfboards würden unverändert fortgesetzt. Kündigungen unter den 33 Mitarbeitern seien keine vorgesehen. Lampuga stelle wettbewerbsfähige Produkte mit weltweiter Nachfrage her und besitze einen guten Ruf, so das Büro des Insolvenzverwalters. In den letzten Tagen hätten sich bereits „mehrere potenzielle Investoren gemeldet“.

Lampuga wurde 2011 gegründet und hat seitdem rund 400 Surfboards zu Beträgen von rund 10.000 Euro verkauft. 2015 startete das Unternehmen eine Crowdfunding-Kampagne in der 638 Kleininvestoren über 820.000 Euro investierten. Mit dem Geld versprach Lampuga einen neuen „Funsport“ zu etablieren. Ob die Crowd eines Tages etwas von ihrem Geld zurückbekommt, bleibt offen. Ein Sprecher des Insolvenzverwalters wollte die Frage nicht kommentieren

Bild: Lampuga

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