Lufthansa gibt Millionen für Startup eines 21-Jährigen

Schon 2014 hatte die Lufthansa angekündigt, vermehrt in Startups investieren zu wollen. Nun schüttet der Konzern erstmals Millionen aus – an ein Cargo-Tech-Startup.

Die Lufthansa steigt bei dem US-Startup Fleet Logistics ein. Die Frachttochter Cargo führt eine Finanzierungsrunde über insgesamt zehn Millionen Euro an. Gleichzeitig bekommt Lufthansa-Cargo-CCO Alexis von Hoensbroech einen Sitz im „Board of Directors“ des Startups. Verhandelt wurde die Runde vom Lufthansa Innovation Hub mit Sitz in Berlin, der Startup-Einheit des Konzerns.

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Fleet Logistics mit Sitz in Portland (US-Bundesstaat Oregon) betreibt eine Online-Plattform, über die Unternehmen ihre internationalen Frachtaufträge per Schiff und Flugzeug digital abwickeln können. Gegründet wurde das Startup im Jahr 2014 von Max Lock. Der heute 21-Jährige ergatterte eines der begehrten 100.000 US-Dollar-Stipendien von Peter Thiel, mit denen der Facebook-Investor Jungunternehmer fördert.

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„Austausch von Konzepten und Ideen“

Die Lufthansa will von dem digitalen Know-how des Startups profitieren: „Wir erwarten substantielle Erkenntnisse über unser Produkt- und Dienstleistungsportfolio“, lässt sich Lufthansa-Cargo-Chef Peter Gerber in einer Mitteilung zitieren. „So sind wir sicher, dass Lufthansa Cargo und Fleet gemeinsam vom Austausch von Konzepten und Ideen profitieren werden“.

Mit dem Investment folgt die Lufthansa einem Trend: In den vergangenen Jahren haben sich immer mehr Startups formiert, um den weltweiten Warenverkehr effizienter zu gestalten und um den Milliardenmarkt für Fracht und Logistik zu digitalisieren. Ein Geschäftsmodell, das Investoren offenbar reizt: Erst kürzlich schloss das Startup Freighthub eine Finanzierung in Höhe von 20 Millionen Euro ab. Ähnlich wie Fleet und die Wettbewerber Instafreight und Frachtraum wollen sie Containertransporte in der See- oder Luftfracht komplett elektronisch abwickeln.

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Drei Jahre bis zum ersten Investment

Bereits 2014 kündigte die Lufthansa an, verstärkt in Innovationen und Startups investieren zu wollen. Rund 500 Millionen Euro sollten dafür bis 2020 ausgeschüttet werden, wie es damals in einer Konzernmitteilung hieß. Doch das Geld stand dem Innovation Hub natürlich nicht direkt für Startup-Investments zur Verfügung. Deshalb hatte das Hub seine Strategie in den vergangenen Jahren geändert und zunächst auf das Prinzip Selbermachen gesetzt, statt hauptsächlich Partnerschaften mit Startups einzugehen. Beispielsweise gingen die Online-Check-in-Plattform AirlineCheckins und der Reiseassistent Mission Control daraus hervor.

In Zukunft sollen Beteiligungen an Startups wieder verstärkt in den Fokus rücken, wie Gleb Titus, Geschäftsführer des Innovation Hub, gegenüber NGIN Mobility und Gründerszene angibt. Der Deal zwischen Fleet und Lufthansa sei „eine wichtige Generalprobe für die Implementierung einer auf Digitalunternehmen ausgerichteten Wagniskapitalstrategie“ gewesen. Zeitnah sollen weitere Investments folgen. Dabei ständen zunächst unter anderem die Bereiche Logistik, Wartung sowie Reise und Mobilität im Fokus.

Bild: Fleet

 

 

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