Kartendienst Here übernimmt Berliner Sicherheits-Startup

Autonome Autos brauchen aktuelle Karten, um gut ans Ziel zu kommen. Um das sicherzustellen, will der Kartendienst Here ein Berliner Startup kaufen.

Erfolg für das Security-Startup Advanced Telematic Systems (ATS): Das Mobilitätsunternehmen Here, hinter dem führende Autokonzerne stehen, will die Berliner Firma kaufen. ATS hat eine Technologie für sichere Software-Updates für vernetzte und autonome Fahrzeuge entwickelt. Die Open-Source-Software soll es der gesamten Automobilindustrie ermöglichen, Daten, Software und Firmware sicher, kosteneffizient und skalierbar an Fahrzeuge zu senden. Die Updates erfolgen „Over The Air“ (OTA) – also drahtlos via Mobilfunk. Beide Unternehmen haben sich darauf verständigt, die Vertragsbedingungen vertraulich zu halten, heißt es in einer Mitteilung. Die Transaktion soll im ersten Quartal 2018 vollzogen sein. Es handele sich um „eine strategische Investition von hoher Bedeutung“, erklärte Ralf Herrtwich, Automotive-Chef Kartendienstleisters Here.

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Die Lösung von ATS integriert das vom Heimatschutzministerium der USA gestartete und finanzierte Sicherheitsframework Uptane. Es soll vor Angriffen auf Updates für vernetzte Fahrzeuge schützen. Here Technologies plant, die Technologie als Bestandteil seines Produktportfolios für die Automobilindustrie weiterzuentwickeln und zu vertreiben.

Updates auch für Navigation von Drohnen

Here plant, die Entwicklung und den Vertrieb der Technologie von ATS als Bestandteil seines Produktportfolios für die Automobilindustrie weiterzuführen. Darüber hinaus soll sie auch andere Unternehmensbereiche ergänzen. Sie könnte in Zukunft zudem sichere Kartenaktualisierungen und Software-Updates für Drohnen und andere vernetzte Geräte unterstützen. Karten von Here befinden sich in mehr als 100 Millionen Fahrzeugen. Sie werden zunehmend via Mobilfunk übertragen. 

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Daten für zentimetergenaue HD-Karten helfen automatisierten Fahrzeugen, Entscheidungen zu treffen, was die Verkehrssicherheit erhöht und die Reisezeit verkürzt. Sie sollen sich konstant selbst aktualisieren, um ein echtzeitnahes Bild des Straßennetzwerkes und der Fahrzeugumgebung zu liefern.

Autokonzerne setzen auf Technologie von Here

Here entwickelt und verkauft cloudbasierte Kartendienste. Sie werden vom städtischen Infrastrukturmanagement genutzt, zur Optimierung von Flotten und Warenströmen sowie zur sicheren Navigation ans Fahrtziel.

Das Unternehmen gehört mehrheitlich den Autokonzernen Audi, BMW und Daimler (mehr als 84 Prozent). Ferner stieg der Chiphersteller Intel bei Here ein (15 Prozent). Weniger als ein Prozent hält nach Angaben eines Sprechers das japanische Unternehmen Pioneer. 

Das chinesische Unternehmen NavInfo hat ein Joint Venture mit Here gestartet. Diese Zusammenarbeit öffnet Here die Möglichkeit, seine Navigationsdienstleistungen auch in China anzubieten. 

Die Wurzeln von Here gründen im Jahr 1985, als das Unternehmen Navtec anfing, Landkarten zu digitalisieren. Es wurde 2007 vom Mobilfunkkonzern Nokia gekauft. Nokia hatte zu diesem Zeitpunkt bereits das Berliner Startup Gate5 übernommen, das eine Navigations-Software für Mobiltelefone erfunden hatte. 2015 übernahmen die drei Autokonzerne Here. 

Bild: Here Technologies

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