Hinter den Kulissen von Nextbike – über Wartungen und den Ärger mit Berlinern

Überall in Berlin stehen die grau-blauen Nextbike-Räder. Gewartet werden sie von einem mobilen Service. Nicht alle Berliner reagieren freundlich auf die Mitarbeiter.

Rund 2.000 blau-graue Leihräder hat Nextbike mittlerweile in Berlin verteilt. Bis Ende 2018 soll das Sharing-System auf 5.000 Räder an bis zu 700 Stationen aufgestockt werden.

Während die Deutsche Bahn ihre Räder von Lidl sponsern lässt und die asiatischen Anbieter mit ordentlich Risikokapital ausgestattet sind, wird Nextbike vom Land Berlin subventioniert. 7,5 Millionen Euro sollen insgesamt fließen. Außerdem kooperiert das Leipziger Unternehmen seit zwei Monaten mit dem Streaming-Dienst Deezer.

Nicht alle sind vom Bike-Boom in den Städten begeistert. Das bekommt auch Philipp Lubig zu spüren, wie er im Videointerview mit NGIN Mobility verrät.

Mit einem Transporter, die Ladefläche voll gepackt mit reparierten Rädern, fährt er von einer Station zur nächsten, mehr als 200 gibt es davon in Berlin mittlerweile. Über eine Service-App bekommt Lubig angezeigt, an welchen Stationen gerade Räder fehlen. Außerdem zeigt diese ihm seine Route an. Welche Strecke für Lubig am günstigsten ist, berechnet ein Algorithmus im Hintergrund. Alle 15 Minuten wird die Route aktualisiert. Die App wurde vom Leipziger Unternehmen selbst gebaut. Etwa 30 IT-ler entwickeln sie stetig weiter, ebenso wie die App, über die Nutzer die Räder ausleihen.

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Die Nextbike-Leihstationen – und auch die der Konkurrenz – sind oft an Umsteigepunkten gelegen, so wie am Nordbahnhof in Berlin, wo mehrere S-Bahn-Linien und eine Tramlinie halten. Einen Parkplatz nahe der Räder zu finden, ist für Lubig allerdings nicht immer leicht: Manchmal wisse er nicht, wo er seinen Transporter abstellen solle, erzählt er. Dann müsse er auch schon mal ein bisschen weiter weg parken.

Angekommen, springt er aus seinem Wagen, rollt die mitgebrachten Räder von der Ladefläche und schließt sie an die Station an. Per Scan registriert er jedes Fahrzeug in der App, damit dessen aktueller Standort und Zustand im System gespeichert sind. Außerdem checkt er bei jedem Bike, ob der Reifendruck noch stimmt, der Bordcomputer funktioniert oder etwas anderes kaputt ist. Kleinere Reparaturen erledigt er direkt vor Ort.

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Defekte Räder sammelt Lubig ein, lädt sie auf seinen Transporter und fährt sie zur Nextbike-Werkstatt in Moabit, wo sie wieder aufgemöbelt werden. Wie Lubig arbeiten insgesamt 20 Servicekräfte in einem Zwei-Schichtsytem bei Nextbike. Wenn in den kommenden Jahren die Anzahl der Bikes auf der Straße steigt, werden es wohl noch mehr werden müssen.

Bild: Jana Kugoth für NGIN Mobility; Video von Jana Kugoth und Marco Weimer

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