Softbank kauft Uber-Anteile zum Discount-Preis

Uber galt lange als die wertvollste Digitalplattform der Welt. Doch ein japanischer Telekomkonzern zeigt den Amerikanern, dass dieser Ruhm endlich ist.

Der Fahrdienstleister Uber hat quasi über Nacht ein Drittel seines Wertes auf dem Finanzmarkt eingebüßt, seit der japanische Telekomkonzern Softbank 15 Prozent des Unternehmens zu einem Discount-Preis erworben hat. Weitere drei Prozent sollen an ein japanisches Investorenkonsortium gehen. Wie das Wall Street Journal und Bloomberg melden, wird Uber mit dem Deal auf insgesamt 48 Milliarden Dollar (umgerechnet rund 40 Milliarden Euro) bewertet. Bisher war Uber, das nicht an der Börse gehandelt wird, noch mit fast 70 Milliarden Dollar wert.

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Didi Chuxing wertvoller als Uber

Sollten die Berichte zutreffen, die auf Insider-Quellen beruhen, wäre Uber seinen Status als wertvollstes Startup los. Der chinesische Mitbewerber Didi Chuxing wäre dann mehr wert als die Amerikaner. Die Chinesen sollen bei ihrer letzten Finanzierungsrunde frisches Geld von Investoren erhalten haben, sodass sie auf eine Gesamtbewertung von 56 Milliarden Dollar kommen.

Uber hatte bereits Mitte 2016 sein China-Geschäft an Didi Chuxing abgeben müssen. Grund waren milliardenschwere Verluste. Allerdings hatten die Investoren in Uber China damals einen 20-prozentigen Anteil an Didi Chuxing erhalten.

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Ubers Skandale könnten ein Grund für die Skepsis der Anleger sein. Es ging dabei um die aggressive Unternehmenskultur, um Sexismus, Technologie-Diebstahl und Wirtschaftsspionage. Mitte dieses Jahres musste der in die Kritik geratene Chef Travis Kalanick unter dem Druck von Investoren den Hut nehmen.

Japaner setzen Altinvestoren unter Druck

Bereits seit Mitte November waren sich Softbank und Uber im Grundsatz einig. In einer knappen Mitteilung des japanischen Unternehmens heißt es damals: „Der Uber-Vorstand und seine Aktionäre sowie die Softbank-Gruppe haben eine grundlegende Einigung über ein Verfahren für den SoftBank-Konzern erzielt, um eine zukünftige Investition in Uber zu tätigen.“

Bereits zu der Zeit stand allerdings auch die Drohung im Raum: „Wenn die Bedingungen des Aktienkurses und ein Minimum an Aktien für den Softbank-Konzern nicht zufriedenstellend sind, besteht die Möglichkeit, dass Softbank keine Investitionen tätigt.“ Softbank wollte für die Uber-Anteile nicht den Preis auf der Grundlage der früheren Bewertung von 70 Milliarden Dollar zahlen. 

Bild: Gettyimages / Spencer Platt

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