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Die Neuerfindung unserer Städte

Daimler

Durch intelligent vernetzte Verkehrssysteme kann der Mensch sich seine Städte zurückerobern. Ein Essay über die Stadt von morgen.


Unsere Großstädte funktionieren nicht richtig. Aber wir haben uns damit abgefunden. Wir haben uns daran gewöhnt, dass man täglich im Stau steht, dass es eine Qual ist, zu Stoßzeiten überfüllte öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen. Auf Stadtautobahnen oder in Ballungsräumen wie dem Ruhrgebiet reicht ein kleiner Unfall aus, um das gesamte Verkehrssystem zum Stehen zu bringen.

Die Pendler fluchen – und setzen sich am nächsten Morgen wieder ins Auto. In den großen Städten der USA, Afrikas oder Chinas sind die Verkehrsprobleme noch viel extremer als bei uns. Abgesehen von Lärm, Gestank und Dreck, die uns umgeben – fällt eigentlich noch jemandem auf, dass wir überall in der Stadt von parkenden Autos umzingelt sind? Die meiste Zeit stehen sie ungenutzt herum und verstopfen wertvollen Platz. Der städtische Lebensraum für Menschen wird dagegen immer stärker eingeschränkt. Aber wir nehmen das ungerührt hin, wie ein echter Hamburger den Nieselregen. Man kann es nicht ändern.

Lärm, Gestank und Abgase  – bald Vergangenheit?

Oder vielleicht doch? Mobilitätskonzepte der Zukunft sind der Schlüssel, Großstädte völlig neu zu denken, sie lebenswerter zu machen. Der Mensch ist durch die digitalen Entwicklungen in der Lage, sich seine Städte, die Straßen und Flächen zurückzuerobern. Unsere heutigen Verkehrssysteme sind in Zeiten entstanden, als diese Möglichkeiten noch nicht vorhanden waren. Straßen, Buslinien und U-Bahnstrecken wurden vor Jahrzehnten gebaut, als es noch ganz andere Anforderungen gab. Deshalb stimmen ihre Streckenführungen mit den tatsächlichen Bewegungsanforderungen der heutigen Stadtbewohner nur noch selten überein. Um die aktuelle Situation zu analysieren, müssten wir wissen, zu welchen Zeiten und an welchen Wochentagen die Großstadtbewohner an welche Ziele wollen.

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Eigentlich ist es ganz einfach: In einigen großen nordafrikanischen Städten haben sich die Bewohner entschieden, ihre Bewegungsdaten zur Verfügung zu stellen. Dazu werden rund um die Uhr ihre Smartphones geortet. Aus diesen Daten wird dann eine Heatmap der tatsächlichen Bewegungen erstellt. Statt der Sorge um Datenschutz dominiert die Hoffnung, dass man in Zukunft vielleicht weniger als die üblichen zwei Stunden Zeit braucht, um am Morgen zur Arbeit und am Abend wieder zurück nach Hause zu gelangen. Denn seit die Routen und Frequenzen der Busse an die erhobenen Daten vorsichtig angepasst wurden, fließt der Verkehr problemloser.

Science Fiction wird Realität

Die Bewegungsmöglichkeiten sind in den vergangenen Jahren vielfältiger geworden. Carsharing ist bereits länger eine ernsthafte Alternative zum eigenen Auto. Außerdem kann man in vielen Städten Motorroller und Fahrräder an jeder Straßenecke für kurze Fahrten per Smartphone ausleihen. Neben den traditionellen Taxen bringt inzwischen der Fahrtenvermittler Uber seine Kunden ans Ziel. Selbstfahrende Autos und Kleinbusse sind keine unerreichbare Science Fiction mehr. In den Großstädten ist schon heute eigentlich niemand mehr auf ein eigenes Auto angewiesen.

Die Flexibilität eines Taxis und die Preise wie im öffentlichen Nahverkehr – das hat sich zum Beispiel der neue Shuttle-Service des Berliner Startups Door2Door auf die Fahne geschrieben. Ein Algorithmus berechnet den schnellsten Weg. Bestellt werden können die Shuttlebusse per App. Vor einem Jahr starteten die selben Macher den Fahrdienst Allygator Shuttle. Die Shuttles fahren derzeit testweise innerhalb des S-Bahn-Ringes in Berlin und werden gerne von Party-Hoppern genutzt. Gebucht werden können sie über die Ally-App. Aus den Daten lernt der Algorithmus, wie man möglichst effektiv und schnell Leute einsammelt und dann nach Hause oder in den nächsten Club bringt.

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