Die Neuerfindung unserer Städte


Auch die großen Autofirmen wollen im bunten Mobilitäts-Geschäft der Zukunft mitmischen. Daimler integriert in seine Moovel-App in Zukunft auch öffentliche Verkehrsmittel, Carsharing, Taxis und Mietfahrräder. Die neue Volkswagen-Zukunftsabteilung Moia baut zusammen mit der Stadt Hamburg einen elektrischen Shuttle-Service auf. Dafür sollen autonom fahrende Busse, wie der kürzlich vorgestellte Sedric, eingesetzt werden.

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Ganz besonders verwegen sind Pläne, die Pendler mit selbstfliegenden Elektroflugzeugen ins Büro und zurück zu ihren Autos am Rande der Stadt zu bringen. Aber Airbus meint das offenbar ernst. Der Angestellte der Zukunft soll ohne Piloten im autonomen Flugtaxi Vahana vollautomatisch in die City geflogen werden. Allein steht Airbus mit dem Projekt nicht: Auch die deutschen Start- ups Volocopter und Lilium arbeiten an ähnlichen Lufttaxis. Visionär Elon Musk, Chef der Elektroautofirma Tesla, verfolgt den gegenteiligen Weg. Er will den Verkehr mit seiner Firma The Boring Company am liebsten unter die Erde verlegen. Ein verzweigtes Tunnelsystem unter den überfüllten Straßen soll die Autos auf elektrisch betriebenen Schlitten in die Nähe ihres Zieles bringen. Erste Probebohrungen für Teststrecken sind offenbar schon eingeleitet worden.

Autos heben ab – und fahren unter der Erde

Wenn man die Möglichkeiten von Digitaltechnik und die neue Bewegungsfreiheit zusammen denkt, entsteht in Großstädten in der Zukunft ein neues Verkehrs-Ökosystem, das die Städte dramatisch verändern wird. Vielleicht sieht unser Arbeitsweg in Zukunft so aus: Das selbstfahrende Shuttle steht am richtigen Tag zur richtigen Zeit automatisch vor der Haustür oder dem Bürogebäude, weil es weiß, wann und wo der Nutzer zu seinem Büro oder ins Kino gebracht werden möchte. Nach der Fahrt parkt das Auto selbstständig in einer Garage am Stadtrand oder es holt den nächsten Passagier ab. Der Pendler aus den Vororten muss nicht jeden Tag durch den Stau. Er stellt sein Fahrzeug an einem Sammelplatz ab und wird von dort mit einem selbstfliegenden Flugzeug direkt zu seinem Bürohochhaus geflogen.

Weil die vernetzten Verkehrsmittel der Zukunft von Elektromotoren angetrieben werden und sich viele Menschen ein einziges Fahrzeug teilen, wird sich das Leben in den Städten dramatisch verändern. Lärm, Gestank, Abgase und verstopfte Straßen können bald der Vergangenheit angehören. Parkhäuser sind dann in der City nicht mehr nötig. In unseren mit wartenden Autos vollgestellten Wohnstraßen ist plötzlich wieder Raum für andere Ideen, für neues Leben. Wie wäre es mit Bäumen, Obst- und Gemüseanbau, mit Fußgängerzonen und Spielplätzen? Wie wollen wir eigentlich wirklich leben? Darüber haben wir lange nicht mehr nachgedacht. Weil wir uns viel zu lange damit abgefunden haben, dass unsere Städte nicht richtig funktionieren. Damit kann es jetzt vorbei sein.

Dieser Text erschien zuerst im neuen NGIN-Mobility-Printheft. Hier geht es zum Magazin!

Bild: Daimler

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