Ein Passwort wird per E-Mail an Sie geschickt

Wie dieses Startup das bessere Wirkaufendeinauto sein will

Die beiden Abracar-Gründer Sebastian Jost und Orhan Köroglu (von links)

Es ist das erste Spinoff des Allianz-X-Inkubators: Abracar kümmert sich als Makler für Gebrauchtwagen um das Gutachten und die Vermittlung an potenzielle Käufer.

84,6 Milliarden Euro – so viel soll im vergangenen Jahr mit Gebrauchtwagen umgesetzt worden sein, heißt es bei der Deutsche Automobil Treuhand im Jahresbericht. Ein lukrativer Markt also, auf dem sich immer mehr Online-Autohändler und -Makler tummeln. Neben Mobile.de, Wirkaufendeinauto.de und Cargentur ist neuerdings auch ein Spin-off des Versicherers Allianz vertreten.

„Wir kaufen keine Fahrzeuge an, sondern unsere Kunden beauftragen uns, ein Gutachten zu erstellen und potenzielle Käufer zu finden“, sagt Köroglu gegenüber NGIN Mobility. Das Startup Abracar kümmert sich wie eine Agentur um die komplette Vermarktung – von den Fotos, über die Inserate bis zur Käufer-Vermittlung. „Wir sind im Prinzip ein Automakler“, sagt der Gründer.

Anzeige
Anders als etwa Wirkaufendeinauto.de ist das Startup wegen der Verkaufsprovision daran interessiert, einen möglichst hohen Preis zu erzielen. Denn Geld verdient das Startup erst, wenn der Wagen tatsächlich verkauft wird. Vier Prozent Provision fallen für den Verkäufer im Falle eines erfolgreiches Verkaufs an. Das Minimum sind 399 oder maximal 999 Euro, so das Unternehmen. Für die ganze Vermarktung geht das Startup zunächst in Vorleistung und agiert deutschlandweit. Der Markt ist derselbe, in dem Abracar und Wirkaufendeinauto.de agieren.

Trotzdem will sich Köroglu nicht so gern mit Wirkaufendeinauto.de verglichen wissen. „Wir bieten unterschiedliche Lösungen für private Verkäufer und haben unterschiedliche Geschäftsmodelle“, so der Gründer. Über Wirkaufendeinauto wolle der Autobesitzer eher sofort verkaufen. Dass er dann oft ein schlechteres Angebot bekommt, wundert ihn dabei nicht. Bei Abracar kann sich der Verkauf dafür drei bis sechs Wochen hinziehen, heißt es auf der Unternehmenseite. Wer mehr für seinen Wagen haben will, muss also auch mehr Zeit mitbringen.

So funktioniert der Service von Abracar

Um seinen Gebrauchten über Abracar anbieten zu lassen, müssen zunächst ein paar Angaben zum Fahrzeug und eine Preisvorstellung an das Portal abgegeben werden. Abracar macht dann einen Abgleich mit der gewünschten Summe und korrigiert im Zweifel den Preis nach oben oder nach unten.

Um den genauen Zustand des Fahrzeugs transparent machen zu können und auch für die Fahrzeugfotos, schickt Abracar dann Gutachter zum Kunden. 50 bis 100 Fotos sollen pro Fahrzeug angefertigt werden, so der Gründer. „Wir arbeiten mit dem TÜV, unabhängigen Gutachtern und Sachverständigen zusammen, um ein möglichst seriöses Angebot aufstellen zu können“, erklärt Köroglu.

Im nächsten Schritt erstellt das Münchner Startup Inserate, darunter über Kleinanzeigen oder Mobile.de. Letztere Plattform versteht der Gründer als wichtigen Partner, nicht als Konkurrenz. Denn schließlich werden hierüber die potenziellen Käufer für die Abracar-Kunden gesucht.

Folge NGIN Mobility auf Facebook!

 

Hierfür filtert das Startup zunächst ernst gemeinte Anfragen auf die Inserate heraus und arrangiert dann drei Besichtigungstermine für den Kunden. Sollte ein potenzieller Käufer abspringen oder im ersten Anlauf kein Verkauf zustande kommen, werden weitere Vorschläge gemacht, erklärt Köroglu.

Auch wenn offenbar recht viel Aufwand hinter der Vermarktung steckt, soll sich das Modell rechnen, bekräftigt der Gründer. Viele der Prozesse seien automatisiert. Mit vier Prozent Provision liegt das Startup unter dem Preis, den Autohändler in der Regel für die Verkaufsvermittlung berechnen würden. Genaue Angaben zu der Kundenzahl und bisherigen Umsätzen möchte Köroglu allerdings nicht machen. Auch was den bisher einzigen Gesellschafter Allianz X anbelangt, hält er sich sehr bedeckt mit Details zur Investmenthöhe und welchen Einfluss der Versicherer ausübt.

Was hat die Allianz mit Abracar vor?

Abracar entstand 2016 im Rahmen des Accelerator-Programms von Allianz X und ist das erste Vorzeigeobjekt des Inkubators. 430 Millionen Euro sollen dem Allianz-X-Fonds für Ausgründungen zur Verfügung stehen. Das Team um Gründer Sebastian Jost und Orhan Köroglu sitzt in München und ist seit sieben Monaten mit seiner Service-Plattform aktiv

Es ist denkbar, dass die Allianz ein Interesse daran hat, dem neuen Käufer in Zukunft gleich die passende Autoversicherung für den Wagen anzubieten. Hierfür liegen dem Versicherer zumindest schon mal alle wichtigen Daten über den Zustand des Wagens vor. Doch auch hierzu möchte sich Köroglu vorerst nicht äußern.

Abracar ist nicht der einzige, der eine Art Automakler anbietet. Auch Cargentur ist in diesem Bereich tätig und sitzt ebenfalls in München. Die Provision ist hier allerdings nach dem Verkaufspreis klar gestaffelt. Was die Vermarktung der Fahrzeuge anbelangt, ist der Service jedoch ähnlich aufgebaut.

Bild: Mark Cheret | CHERET.de

Folge NGIN Mobility auf:

In Kooperation mit
amplifypixel.outbrain