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Chinesischer Tech-Gigant steigt beim Kartendienst Here ein

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Mit dem chinesischen Kartenanbieter NavInfo beteiligt sich Tencent an Here aus Berlin. Die Partnerschaft soll dem Unternehmen den chinesischen Markt öffnen.

Für die deutschen Autobauer war der Kauf ein wichtiger Schritt: Im vergangenen Sommer übernahmen Audi, BMW und Daimler den Kartendienst Here – insgesamt 2,8 Milliarden Euro zahlten die deutschen Hersteller für das Nokia-Tochterunternehmen aus Berlin. Bei der Entwicklung von selbstfahrenden Autos wird Kartenmaterial zunehmend wichtiger, dafür stellt Here etwa hochauflösende Karten bereit.

Unter den Kaufinteressenten befand sich damals auch der chinesische Tech-Gigant Tencent. Nun hat sich das Unternehmen einen anderen Zugang zu der Technik von Here gesichert. Mit dem chinesischen Kartendienst NavInfo und dem Finanzinvestor GIC steigt Tencent bei dem Berliner Unternehmen ein. Zusammen halten die drei künftig zehn Prozent an Here, teilten die Unternehmen am Dienstagmorgen mit. Die drei deutschen Autohersteller würden ihre Beteiligungen für die Transaktion jeweils zu gleichen Teilen reduzieren. Zu dem Kaufpreis wollte sich Here auf Nachfrage von Gründerszene nicht äußern.

Die strategische Partnerschaft soll Here den chinesichen Markt öffnen. In China wollen NavInfo und das Berliner Unternehmen ein Joint Venture gründen, um etwa die Here-Software in Autos einzusetzen und auf den lokalen Markt anzupassen. Außerdem planen sie, gemeinsam an Karten für selbstfahrende Autos zu arbeiten.

Auch Tencent will die Kartensoftware von Here künftig in seinen Produkten einsetzen, beispielsweise für sogenannte Locations-based Services. Für den Macher des bekannten Messengers WeChat ist diese Technik wichtig, da viele lokale Geschäfte über die Plattform angebunden sind. Mit der Software von Here lassen sich beispielsweise Karten in mobile Anwendungen integrieren. Vor zwei Jahren ist Tencent bereits bei NavInfo eingestiegen. Dem chinesische Konkurrenten Alibaba gehört ebenfalls ein chinesischer Kartendienst.

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Hinter der ehemaligen Nokia-Tochter Here steckt unter anderem ein Berliner Startup aus der Dotcom-Ära: Gate5 wurde 1999 vom heutigen Business Angel Christophe Maire als Hersteller für Routenplaner-Software für Handys und Navigationsgeräte gegründet. 2006 kaufte Nokia das Unternehmen, 2007 kam der US-Kartenspezialist Navteq dazu. Im Jahr darauf wurde das von Amen-Macher Felix Petersen gegründete Plazes angedockt, 2014 kam noch das auf Auswertung großer Datenmengen spezialisierte US-Startup Medio Systems hinzu.

Bild: Here

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