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Wie gut funktioniert Wirkaufendeinauto?

Unser Test-Wagen bei Wirkaufendeinauto

Das Berliner Startup kauft jeden Monat Zehntausende Autos an. Doch im Netz häuft sich Kritik zu den Ankaufspreisen. Wir haben zum Test einen BMW angeboten.

Für jeden Schritt gibt Andreas eine Erklärung. „Ich trage jetzt alle Daten von eurem Auto hier in mein Tablet ein“, sagt er. „Und dann dauert es die berühmten zehn Minuten und dann habt ihr euren Preis.“

Es ist ein kalter Nachmittag, wir befinden uns in einer Art Partyzelt im Berliner Stadtteil Lichtenberg. Wir wollen testen, wie der Service von Wirkaufendeinauto funktioniert. Während die Autobesitzer früher beim Gebrauchtwagenhändler um die Ecke feilschen mussten, ist der Vorgang bei Online-Anbietern wie Wirkaufendeinauto durchgetaktet: Bewertung im Netz, Inspektion vor Ort, Preis aus der Zentrale, Verkauf – fertig.

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Hinter der Marke steckt das Berliner Startup Auto1 Group. Ein mächtiger Player, mit einer Milliarde Euro Umsatz pro Jahr und insgesamt 2.000 Mitarbeitern. Das Modell ist leicht erklärt: Auto1 kauft Gebrauchtwagen und verkauft sie gewinnbringend an Autohändler in ganz Europa weiter. Doch wie läuft so ein Autoverkauf eigentlich ab? Und wie viel bekommen wir noch für das Auto?

Mit welchem Preis lockt der Online-Anbieter?

Der Weg zu Andreas, der in Wirklichkeit anders heißt und nichts von dem Test weiß, beginnt vier Tage vorher und führt über die Homepage Wirkaufendeinauto.de. Insgesamt vier Daten zum Auto müssen eingetragen werden, und schon nach wenigen Augenblicken bekomme ich in großen Lettern einen Preis präsentiert: 7.107 Euro. Mein Kollege, der seinen 3er-BMW Kombi aus dem Jahr 2008 verkaufen möchte, ist begeistert. So viel hätte er nicht erwartet.

Im Netz findet sich jedoch viel Kritik an den Preisen, die Wirkaufendeinauto ausrechnet. Der Vorwurf lautet, das Unternehmen würde die Kunden mit zu hohen Preisen locken und vor Ort weitaus weniger bieten. Denn nach der Online-Bewertung folgt der zweite Schritt: die Inspektion. Überall in Deutschland gibt es Standorte des Startups, dort können wir das Auto schätzen lassen und bekommen den tatsächlichen Ankaufspreis.

Der erste Versuch scheitert

Zwei Tage nach der Anmeldung rollen wir langsam auf den Schotterplatz von Wirkaufendeinauto. Ein Standort, der von dem Startup selbst betrieben wird. Ein Baucontainer steht trostlos am Rand des Geländes, gegenüber sind die weißen Zelte aufgebaut, in denen die Autos begutachtet werden. „Ab wann können Sie das Auto denn verkaufen“, fragt uns ein Mitarbeiter zur Begrüßung. „Wollen Sie das Auto nicht gleich hier lassen?“, hakt ein anderer Kollege nach. Unterschwellig wird sofort klar, hier wird nicht lange gefackelt. Überall auf dem Platz stehen Autos geparkt.

Weil wir den Termin um eine Stunde verpasst haben, schickt uns der Mitarbeiter wieder nach Hause – und entschuldigt sich. Ganz so einfach und flexibel ist das Autoverkaufen in der Zeit des Internets dann doch nicht.

Zurück bei den Autoverkäufern

Wenige Tage später fahren wir wieder auf den Platz. Ein kurzer Gruß von Andreas, dann steigen wir in den Wagen und er fährt los, um das Auto zu testen. „Wann könnt ihr das Auto abgeben?“, fragt auch er noch. Mein Kollege antwortet: „Nach dem Wochenende.“ Andreas gibt sich nicht zufrieden. „Könnt ihr nicht mit der Bahn nach Hause fahren?“

Er kurvt über einen leeren Parkplatz. „Ich habe übrigens keinen Führerschein“, sagt er. Offensichtlich ein Standard-Witz, um die Stimmung etwas zu lockern.

Nach zehn Minuten fahren wir wieder auf den Hof. Er umrundet das Fahrzeug, macht Fotos mit seinem Tablet und stellt Fragen zu Unfällen, Vorbesitzern und Kratzern. Ganz beiläufig schiebt er die Frage zwischen: „Was wollt ihr eigentlich dafür haben?“ Mein Kollege antwortet: „So zwischen 6.000 und 7.000 Euro.“ Stille.

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