Wer ist wo aktiv? Der Leihrollermarkt ist in Bewegung

2.500 Leih-Scooter stehen auf deutschen Straßen – und es werden mehr. Coup, Emmy und Scoo.me sind die Branchenführer.

Jaano als Schnappsidee zu bezeichnen – ganz sicher vermessen. Aber als das kleine Startup vor etwa zweieinhalb Jahren 14 Leih-Roller auf Hamburgs Straßen verteilte, rechnete kaum einer damit, dass Scooter-Sharing zu einem ernsthaften Business wird. Mittlerweile stellen drei Anbieter in Deutschland rund 2.500 Roller. Tendenz: stark wachsend.

Noch in diesem Jahr sollen die Flotten in Berlin, Hamburg, München und Köln weiter aufgestockt werden und neue Städte hinzukommen. Nicht nur der Zulieferer Bosch setzt mit Coup auf den neuen Markt. Auch ein Energieversorger in Mannheim und die Stadtverwaltung Stuttgart sind dabei. Zusammen mit dem Berliner Startup Emmy bauen sie einen eigenen Leihservice für ihre Stadt auf.

Während Emmy und Coup ausschließlich auf E-Roller setzen, will der Münchner Betreiber Scoo. me mit seinen 250 Rollern vorerst am Benziner festhalten. Die derzeitige E-Technik überzeuge Gründer Magnus Schmidt noch nicht. Umrüsten werde er erst, „sobald wir hier einen global-ökologischen und für uns einen ökonomischen Vorteil sehen.“

Emmy-Gründer Valerian Seither sucht bereits nach Alternativen. Er will die Kunden einbeziehen und fürs Nachladen mit Freiminuten belohnen. Zusätzliche Ladestationen an Laternen wären eine Option. Seither ist optimistisch, dass sein Business profitabel wird. In größeren Städten hätten Carsharing-Betreiber den Beweis erbracht, argumentiert der Gründer. „Wir haben geringere Fahrzeugkosten, zudem deutlich geringere Betriebskosten und müssen nichts fürs Parken zahlen.“ Scoo. me will noch in diesem Jahr den Break Even erreichen, prophezeit Gründer Schmidt. 12.000 Kunden würden den Service schon nutzen, heißt es.

Zum Vergleich: 25.000 sollen es bei Emmy sein. Wie viele aktive Nutzer darunter sind, möchte keiner verraten. Das Bosch-Venture Coup gibt keine Geschäftszahlen heraus. Nicht gut lief es dieses Jahr für Jaano aus Hamburg. Das Startup fand keine Kapitalgeber und musste seinen Dienst einstellen. Die Gründer wollten auf E-Roller umstellen. „Wir haben als Pioniere den Weg für große Firmen geebnet, welche nun das umsetzen können, wovon wir geträumt haben. #Coup“, verabschiedeten sich die Gründer auf Facebook.

Coup:
Markteintritt: Ende 2016
in Berlin mit 200 Rollern
Anzahl Fahrzeuge: 1.000
in Berlin, 600 folgen in Paris
Roller-Hersteller: Gogoro
Antriebsart: Elektrisch

Scoo.me:
Markteintritt: 2014
in München mit 30 Rollern
Anzahl Fahrzeuge: 150
in München, 100 in Köln
Roller-Hersteller: Vespa, Piaggio, Peugeot
Antriebsart:
Benziner

Emmy (ehemals eMio):
Markteintritt: 2015
in Berlin mit 150 Rollern
Anzahl Fahrzeuge: 800 in Berlin und 200 in Hamburg
Kooperationsdienste: 75 in Stuttgart (Stella), 20 in Mannheim (MVV); 100 in Düsseldorf (Stadtwerke);
50 in München (Green City)
Roller-Hersteller: Emco, Torrot, Govecs
Antriebsart: Elektrisch

Dieser Text erschien zuerst im neuen NGIN-Mobility-Printheft. Hier geht es zum Magazin!

Bild: Emmy

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