Ein Umparker von DriveNow packt aus

Carsharing-Dienste funktionieren für den Kunden denkbar einfach: rein ins Auto, losfahren und das Fahrzeug am Ziel abstellen. Doch wer sorgt dafür, dass die Autos startklar sind? Ein Besuch beim Flottenmanagement.

Cem Atmaca lehnt sich gegen den Wind und zieht den großen schwarzen Regenschirm weiter ins Gesicht, als er durch eine Münchner Straße huscht. Die schwarzen Turnschuhe saugen sich voll Wasser, Tropfen perlen am grünen Parka ab. Mit hochgezogenen Schultern bleibt er neben einem weißen Einser-BMW stehen und hält eine Plastikkarte gegen ein Etikett an der Windschutzscheibe. Das Auto öffnet sich, und Atmaca schlüpft hinter das Lenkrad.

Der 30-Jährige ist einer von insgesamt acht Mitarbeitern, die im Münchner Büro des Carsharing-Dienstes DriveNow für die Fahrzeugflotte in der bayerischen Metropole zuständig sind; das sind etwa 700 Autos. Täglich prüfen Atmaca und seine Kollegen von DriveNow-Nutzern gemeldete Schäden, kontrollieren den Reifendruck oder parken Autos um, wenn diese zum Beispiel in einer Tiefgarage im Funkloch stehen. Heute ist Atmaca auf dem Weg zum Münchner Flughafen.

In der Tiefgarage des Flughafens steht ein BMW Mini, dessen Reifendruck er prüfen muss. Ein Carsharing-Nutzer hatte dem Servicecenter Bescheid gegeben. Pro Tag gehen in München etwa 30 Meldungen ein, erzählt Atmaca, als er neben den Reifen kniet. Auf der Etage der Tiefgarage sprechen ihn immer wieder Kunden an, seine leuchtende Warnweste spricht für sich. Ob etwas mit der Lenkung nicht in Ordnung sei, fragt einer. Sie mache komische Geräusche. Wo ihr Auto sei, fragt eine andere. Atmaca hat auf alles eine Antwort.

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Dabei kommt es vor, dass ihn Kunden verwundern. „Es gibt viele Momente, in denen wir denken: Warum hat der Kunde das jetzt als Schaden gemeldet?“, gibt er zu. So kam es beispielsweise vor, dass sich ein angeblicher Schaden bei Überprüfung als Haar auf dem Armaturenbrett herausstellte. Der gelernte Versicherungskaufmann muss schmunzeln, wenn er daran denkt. Neben Haaren seien einige Schäden auch nur Dreck. „Aber es ist ja verständlich, die Kunden wollen natürlich auf Nummer sicher gehen“, fügt er verständnisvoll hinzu. „Viele sind auch generell vorsichtig mit unseren Autos, bei Fahrzeugen im Wert von 30.000 oder 40.000 Euro ist das auch kein Wunder.“

Auch bei dem Mini Clubman, den er ebenfalls am Flughafen in München überprüft, sind fünf Schäden gemeldet worden. Das Auto ist nun erst einmal geblockt, bis sich ein Mitarbeiter des Flottenmanagements diese angucken kann. Wie so oft ist alles halb so schlimm: Zwei der Schäden sind nicht auffindbar, vielleicht war es Dreck oder eine Spiegelung. Bei den anderen handelt es sich um Kratzer im Lack des Autos.

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