Ein Passwort wird per E-Mail an Sie geschickt

Ein Umparker von DriveNow packt aus

Cem Atmaca überprüft den Wagen auf Kratzer, die er wie hier am Außenspiegel farbig markiert.

Atmaca nimmt sein Handy raus und arbeitet die Aufträge nacheinander mit einer internen Managementapp ab. Sorgfältig dokumentiert er die Stellen und macht mit seinem Handy jeweils fünf Fotos, die belegen, ob es überhaupt einen Schaden gibt oder eben nicht. Die Meldungen selber kann er nicht bearbeiten, seine Fotos werden an das Team für Schadenskontrolle weitergeleitet.

Potentielle Schäden sind nicht die einzigen Gründe, warum Kunden sich bei DriveNow melden. So kommt es vor, dass sie andere Carsharing-Nutzer verpetzen: „Es gibt Kunden, die andere DriveNow-Fahrer melden – zum Beispiel, wenn sie welche sehen, die zu schnell fahren oder im Auto rauchen“, erzählt Atmaca. Auch melden sich Kunden, wenn sie etwas im Fahrzeug finden – oder selber verloren haben. Von einem Diamantring – der nie abgeholt wurde – bis hin zu Handys oder Brillen ist alles dabei. Sechs Monate lang bewahrt DriveNow Fundsachen auf, dann gehen sie an das Fundbüro in München.

Für die Reinigung der Autos ist ein externer Dienstleister zuständig, der das etwa alle zehn Tage einmal macht. Der Mini Clubman sieht benutzt, aber noch sauber aus. Atmaca sieht das anders. Auf dem Fußboden des Beifahrersitzes liegt eine Tankquittung, Schokoladenpapier in einem Seitenfach, auf dem Rücksitz ist ein staubiger Fußabdruck. „In München sind die Kunden penibler was den Zustand des Fahrzeuges angeht als zum Beispiel in Berlin“, sagt Atmaca grinsend und meldet an die Zentrale, dass dieser Wagen „schmutzig“ sei.

Tanken müssen die DriveNow-Mitarbeiter selten – egal in welchen Städten. Denn Kunden, die das übernehmen, bekommen 30 Freiminuten. Daher seien manche ganz „heiß“ auf diese Aufgabe und suchten sich die Wagen aus, die einen fast leeren Tank haben – und das regelmäßig: „Es gibt Kunden, die gehen nachts rum und tanken die Autos voll.“

Folge NGIN Mobility auf Facebook!

Der 30-Jährige teilt sich seinen Alltag bei DriveNow seit drei Jahren in Management- und Außendienstarbeiten auf, etwa fünf bis sieben Aufträge macht er an einem Tag. Kollegen, die nur draußen unterwegs sind, machen rund zehn in einer Schicht. Schon vor seinem Job bei DriveNow war Atmaca Carsharing-Kunde, nicht nur bei DriveNow, sondern auch bei dem Wettbewerber Car2Go. So habe er immer die Möglichkeit, ein Fahrzeug zu leihen, egal wo er sei. „Und mittlerweile kann ich so natürlich auch sehen, was die Konkurrenz macht“, fügt er lachend hinzu.

Dieser Text erschien zuerst im neuen NGIN-Mobility-Printheft. Hier geht es zum Magazin!

Bild: Thomas Kiewning für Gründerszene

Folge NGIN Mobility auf:

In Kooperation mit
amplifypixel.outbrain