Deutsche Autobauer unter Kartellverdacht

Alle großen deutschen Autobauer sollen sich über Jahrzehnte abgesprochen haben. Nun droht einer der größten Kartellfälle der deutschen Wirtschaftsgeschichte.

Haben Volkswagen, Audi, Porsche, BMW und Daimler sich illegalerweise abgesprochen? Das zumindest behauptet Spiegel Online mit Verweis auf eine Selbstanzeige, die der VW-Konzern bei den Wettbewerbsbehörden eingereicht haben soll. Auch von Daimler liege ein entsprechendes Schriftstück vor.

Demnach hätten sich alle großen deutschen Autobauer seit den 90-Jahren in geheimen Arbeitskreisen über die Technik, Kosten, Zulieferer und sogar über die Abgasreinigung ihrer Dieselfahrzeuge abgesprochen. Sollte sich dies bestätigen, dürfte es sich dabei um eine der größten Kartellfälle der deutschen Wirtschaftsgeschichte handeln.

Gemeinsam in den Diesel-Skandal verwickelt?

Laut Spiegel Online sollen 200 Mitarbeiter der Konzerne in über 60 Arbeitskreisen an der Aushebelung des Wettbewerbs gearbeitet haben. So sei der Grundstein für den Skandal um die Abgasreiningung der Dieselfahrzeuge gelegt worden, heißt es. Daneben habe man sich über technische Details, die Auswahl der Lieferanten und die Kosten für Fahrzeugbauteile abgestimmt.

Laut VW-Selbstanzeige bestehe „der Verdacht“ eines „kartellrechtswidrigen Verhaltens“, berichtet Spiegel Online. Laut Spiegel-Informationen sollen Wettbewerbshüter bereits im Sommer Hinweise auf das Kartell gefunden haben. Dabei soll es lediglich um Absprachen von Stahlpreisen gegangen sein. Im Zuge der Ermittlungen seien Geschäftsräume von VW untersucht worden, bei denen die weit darüber hinausgehenden illegalen Absprachen ans Licht gekommen seien.

Durch die Selbstanzeigen versuchen die Unternehmen offenbar drohende Strafzahlungen zu mindern.

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Bild: Getty / Sean Gallup / Staff

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