Volkswagen setzt auf seinen Türöffner für Startups

Volkswagens Ideation:Hub spürt Mobilitätsideen aus der Startup-Szene auf. Welche Türen sich damit für Gründer öffnen? Die Leiterin im Interview.

Wie wollen wir uns in Zukunft fortbewegen?

Connectivity.

Dieses eine Wort fasst im Prinzip all das zusammen, was wir ab jetzt von Mobilität erwarten. Ob es das selbstfahrende Auto ist, das uns dank künstlicher Intelligenz ohne unser Zutun sicher von A nach B bringt. Oder der private, rein elektrisch angetriebene Pkw, der Staus vorhersagt und den wir quasi an jeder Straßenecke elektrisch auftanken und das per App bezahlen können.

Autohersteller aus aller Welt liefern sich zurzeit ein Wettrennen beim Entwickeln neuer Technologien für die Mobilität der Zukunft. Sie wollen sich von reinen Fahrzeugproduzenten zu innovativen Mobilitätsunternehmen wandeln – und das müssen sie auch. Denn die wachsenden urbanen Räume, die hohen Schadstoffemissionen und die neuen Kundenwünsche stellen die Branche vor viele Herausforderungen.

Beim Thema Mobilität ist natürlich auch Volkswagen ganz vorne mit dabei. Im Hause des Volkswagen Konzerns arbeiten zahlreiche Abteilungen an der Entwicklung neuer Produkte, neuer Antriebstechnologien und an Smart-Mobility-Lösungen. Der Ideation:Hub der Volkswagen Konzern-IT hat dabei eine besondere Rolle: Er führt Volkswagen erfolgreich mit Startups zusammen und vernetzt Ideen innerhalb des Unternehmens.

Ideation:Hub – smarte Ideen auf der Überholspur

Ganz nach der Manier der Ideation, also der Ideenfindung, hat sich der Ideation:Hub das Scouten, Bewerten und Weiterentwickeln von digitalen Innovationen auf die Fahne geschrieben. Die in der Konzern-IT angesiedelte Abteilung fährt ihre Antennen intensiv in Richtung Startup-Szene aus: Das Team ist stets auf der Suche nach vielversprechenden Geschäftsideen und Technologien, die gemeinsam mit den entsprechenden Fachbereichen im Konzern weitergedacht und umgesetzt werden.

Dr. Jennifer Sarah Geffers leitet diese Unit. Für sie ist klar: Mobilität noch einfacher und komfortabler machen ist eine der Kernaufgaben für Volkswagen. „Für uns sind die Trendthemen, die schon jetzt und auch in Zukunft den Ton angeben, unter anderem das autonome Fahren, Elektromobilität und individuelle Mobilität nach Maß, also flexible Kundenservices. Und das natürlich alles vernetzt.“

Genau diese Vision will sie mit dem Ideation:Hub unterstützen und vorantreiben – und zwar zusammen mit der Gründerszene.

Jennifer Sarah Geffers - Volkswagen Ideation Hub„Mobility ist auch für uns eine große Herausforderung – da müssen wir gut und schnell sein“, sagt Dr. Jennifer Sarah Geffers.

Volkswagens Startup-Mission

Der Ideation:Hub ging bereits 2015 an den Start. Im Gegensatz zu den mittlerweile sechs weltweiten Labs der Konzern-IT konzentriert er sich jedoch nicht auf Weiterentwicklung von IT-Zukunftsthemen wie Maschinelles Lernen, Big Data, vernetzte Fertigung oder Konnektivität. „Bei uns geht es wirklich um das Aufspüren von Ideen – und die Vernetzung im Unternehmen. Wir beantworten Fragen wie: Für wen oder was eignet sich die Idee? Und wie ist der Kundennutzen? Dafür gehen wir auch viel in das direkte Gespräch mit potentiellen Nutzern des Produktes oder Services raus und fragen nach, welche Interessen und Trends es eigentlich gibt“, so Geffers.

Startups liefern hier einen besonders wichtigen Input – immerhin sind sie in puncto technologischer Fortschritt mittlerweile ein bedeutender Impulsgeber. Doch auch Hochschulen gehören zu den Sparringspartnern, wie zum Beispiel das Berliner Uninetzwerk B!gründet. „Und wir gehen genauso den umgekehrten Weg: Wir lassen Ideen, die bei uns im Unternehmen entstehen, durchaus auch mal durch eine externe Brille bewerten, etwa von Studenten.“

Neben Mobility & Kundenservices sind die zwei weiteren Kernsuchfelder des Ideation:Hub die Industrie 4.0 und der Arbeitsplatz der Zukunft.

Matchmaking – duales System als Erfolgsrezept

Der Ideation:Hub agiert bei Volkswagen als Türöffner für Startups ins Unternehmen hinein, er verbindet den Großkonzern mit der sehr agilen Startup-Landschaft. „Der Schlüssel für den Konzernerfolg ist natürlich das Matching dieser zwei Akteure“, sagt Geffers.

Das Team sucht und bewertet hierfür passende Startups, die im Anschluss in drei ‚Gates’ verortet werden:

  • Die Gründer werden mit den richtigen Partnern und Fachbereichen im Konzern vernetzt, um gemeinsame Pilotprojekte anzustoßen.
  • Die Gründer werden in die Fachbereiche vermittelt, wenn dort Interesse an einer konkreten geschäftlichen Zusammenarbeit besteht.
  • Die Gründer werden in den neuen Volkswagen-Inkubator in der Gläsernen Manufaktur Dresden überführt.

Volkswagen macht auch in diesem Jahr wieder Halt in Hannover und kommt mit Startups ins Gespräch.

Volkswagens Mobility-Lösungen auf der SCALE11

VW wird seine neuesten Entwicklungen auf der diesjährigen CeBIT präsentieren – und zwar auf der SCALE11, der Startup-Area der CeBIT. Für die Community Area Mobility hat der Konzern die Themenpatenschaft übernommen. „Wir sehen uns als Dialogplattform und laden alle Interessierten dazu ein, mit uns ins Gespräch zu kommen und einen Einblick in unsere Arbeit und in die vielfältigen Bereiche der Volkswagen Konzern-IT zu erhalten“, sagt Geffers. Vertreter aus sämtlichen Fachbereichen, Labs und Hubs sind während der vier Tage in Halle 11 am Stand A62 anzutreffen.

Besonderes Programm für Startups

Für Startups gibt es hier ein besonderes Highlight: VW bietet Gründern am 22. März von 10 bis 12 Uhr auf der SCOPE-Bühne die Möglichkeit, beim Startup-Pitch mitzumachen. Wer den Pitch gewinnt, zieht für 100 Tage in den Inkubator der Gläsernen Manufaktur Dresden ein – und erhält neben Business-Unterstützung eine ansehnliche Anschubfinanzierung. Außerdem präsentiert Volkswagen ein Forschungsprojekt zur Verkehrsflussoptimierung, für das der Konzern mit dem führenden Quantencomputing-Spezialisten D-Wave Systems zusammenarbeitet.

Hier gibt es alle Informationen zur SCALE11!

 

Bilder: Volkswagen

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