So sieht es beim Volkswagen-Inkubator in Dresden aus

Wie Daimler und BMW wirbt auch VW mit einem eigenen Förderprogramm um Startups – in der „Gläsernen Manufaktur“ in Dresden. Wir haben uns vor Ort umgesehen.

Symbolträchtiger könnte der Ort für die „Mobilitätsthemen der Zukunft“ kaum sein. In einem großen Glasbau will sich der durch den Diesel-Skandal gebeutelte VW-Konzern für die Mobilitätswende rüsten. Die Botschaft: Wir haben nichts zu verstecken, jeder kann unsere Arbeit beobachten.

In Dresden, wo der Autobauer zuvor die Luxus-Limousine Phaeton fertigte, wird seit April diesen Jahres der e-Golf zusammengebaut. 35 Fahrzeuge laufen laut Konzernangaben täglich vom Band. Außerdem hier angesiedelt: der eigene Inkubator für Startups.

Die ersten sechs Startups haben ebenfalls im Frühjahr ihren Arbeitsplatz in der Gläsernen Manufaktur bezogen. Ihre Schreibtische stehen in einem gläsernen Bürokomplex inmitten der Produktionshalle. Von dort aus können die Jungunternehmer beobachten, wie der e-Golf Stück für Stück zusammengesetzt wird (siehe Video).

Neben dem Arbeitsplatz erhalten die Startups im Rahmen des Förderprogramms eine Finanzspritze in Höhe von bis zu 15.000 Euro, eine Betreuung durch Mentoren und den Zugang zum VW-Netzwerk. So lautet das Versprechen des Autobauers. Damit wolle man in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsförderung der Stadt Dresden neue Geschäftsmodelle rund um die Mobilität der Zukunft fördern, heißt es. Die Startup-Ideen sollen in der Manufaktur gleich zur Marktreife entwickelt werden.

Eine Idee: Werbung auf der Ladesäule

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Mit dabei ist in der ersten Runde unter anderem LoyalGo aus Dortmund. Die jungen Gründer wollen den Ausbau der Ladeinfrastruktur vorantreiben – und setzen dazu den auf den lokalen Einzelhandel als Partner. Ihre Idee: Geschäfte aus der Umgebung sollen über ein Display auf der Säule maßgeschneiderte Werbebotschaften an die E-Autofahrer senden können. Wie das Konzept genau funktioniert, erklärt Mitgründer Sebastian Schramm im Videointerview. Weitere Themen des VW-Inkubators sind Car-Sharing, Fuhrparkmanagement, Navigation und Park-Services.

Die Wolfsburger sind bei Weitem nicht die Einzigen in der Branche, die auf die Zusammenarbeit mit Startups setzen. Wie diese aussehen kann, haben bereits Daimler und BMW vorgemacht. Und auch VW selbst experimentiert in einem Labor in Berlin mit digitalen Geschäftsmodellen.

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Wie nachhaltig die Partnerschaften zwischen dem Konzern und den Startups sind, wird sich zeigen, wenn die Gründer wieder ausgezogen sind. Im Idealfall solle die Zusammenarbeit nach dem Ende des Programms fortgesetzt werden, sagt der in Dresden zuständige VW-Innovationchef Marco Weiss im Gespräch mit NGIN Mobility. Im kommenden Frühjahr soll die zweite Runde anlaufen.

Bild: Jana Kugoth für NGIN Mobility; Video: Jana Kugoth und Marco Weimer

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