Wie BMW Apple und Google angreifen will

BMW plant den Angriff auf Apple und Co. Innerhalb von ein paar Jahren will der Autobauer zum Hightechkonzern werden. Dafür nehmen die Münchner Millionen in die Hand.

Konzerne wie Google, Apple und Facebook bestimmen seit Jahren unseren Alltag. Jetzt will ein deutsches Unternehmen den Giganten aus dem Silicon Valley Konkurrenz machen — ein Unternehmen, das man nicht unbedingt mit Digitalisierung in Verbindung bringt.

Mit dem Ausbau seines Forschungs- und Entwicklungszentrums will der Münchner Autobauer BMW zu Zuckerberg, Cook und Co. aufschließen.

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Dem „Handelsblatt“ sagte BMW-Chef Harald Krüger, die Pläne seines Konzerns würden die Ansprüche des Konzerns unterstreichen, sich von einem Autohersteller „zu einem visionären High-Tech-Unternehmen für Mobilität“ zu wandeln. Durch mehr Involvierung in den Bereichen Künstliche Intelligenz, Dataminind und Cloud-Computing wollen sich BMW in Zukunft in ähnlichen Sphären wie Google, Apple und der chinesischen Konkurrenz bewegen.

Investition von 400 Millionen Euro

Mit einer Investition von 400 Millionen Euro will BMW die Forschungskapazitäten im Entwicklungscampus von heute 27.000 auf künftig 41.000 Arbeitsplätze erhöhen. Von ihnen sollen allein 5.000 zusätzlich an Elektroantrieben und selbstfahrenden Autos arbeiten.

“In den nächsten fünf Jahren wird sich die Autoindustrie mehr wandeln als in den dreißig Jahren zuvor,“ sagte BMW-Entwicklungschef Klaus Fröhlich dem „Handelsblatt“. Elektroantriebe und die Digitalisierung führten den Konzern in Wettbewerb mit IT-Riesen von der US-Westküste und den Chinesen, die mit Macht in das Geschäft der Mobilität drängten. Alle strebten nach dem gleichen Ziel, dem selbstfahrenden Elektroauto und der Kontrolle über die Daten, so Fröhlich. 

BMW will dem Industriewandel zuvorkommen

Der Konzern, der bislang für seine Treue zum manuellen Fahren und Verbrennungsmotoren bekannt war, will jetzt offenbar das Risiko verhindern, im Rennen um die Entwicklung grüner Antriebe den Anschluss zu verlieren. Mit dem Prozessorhersteller Intel und dessen Startup Mobileye will man einen „Industriestandard“ für autonomes Fahren entwickeln. Continental, Delphi und Fiat-Chrysler sind mittlerweile ebenfalls Teil dieses Bündnisses.

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Bis 2021 soll das Projekt „inext“ fertig gestellt werden, mit dem ein Elektroauto auf den Markt gebracht werden soll, das auf längeren Strecken autonom fahren kann. Doch um sich mit den IT-Riesen aus Amerika und China messen zu können, will sich BMW auch deren Arbeitsweisen aneignen. Fröhlich strebt hier Projekte an, an denen in „Sprints“ von vier bis sechs Wochen gearbeitet werden soll. „IT-Projekte mit jahrelanger Laufzeit und 300 Millionen Euro Etat“ werde es nicht mehr geben, sagt Fröhlich. 

Arbeitsumfeld von Tech-Unternehmen soll übernommen werden

Auch die aus den Google- und Facebook-Zentralen bekannte offene und multifunktionale Arbeitsumgebung will BMW übernehmen. Labore, Büros und Besprechungsräume sollen Anbindung an Grünflächen, sowie an selbstfahrende Transporter haben, die die Mitarbeiter über den Campus transportieren. Mit einer eigenen App sollen die Mitarbeiter den Weg zum nächsten Meeting finden können. So will BMW nicht nur die Weichen für die Zukunft stellen, sondern auch wertvolle Arbeitskräfte in die Landeshauptstadt holen und sie dort halten.

Bild: Getty Images / CHRISTOF STACHE / Staff

 

Dieser Artikel erschien zuerst bei Business Insider Deutschland.

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