Wie man mit Müll E-Autos antreibt – und gleichzeitig die Umwelt schont

Das Düsseldorfer Startup Wmoove will mit dezentralen Ladekraftwerken die Infrastruktur für E-Autos verbessern – und damit gleich zwei Probleme lösen.

Es sind keine kleinen Worte, mit denen die Gründer von Wmoove ihr Geschäftsmodell beschreiben. Die Technik habe das „Potential, die Welt zu verändern“, heißt es auf der Internetseite des Unternehmens. Beim Web-Summit in Lissabon Anfang November wurde das Düsseldorfer Unternehmen aus 12.000 Bewerbern zu einem der 33 spannendsten Startups der Welt gewählt. Was steckt also hinter Wmoove?

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Einfach gesagt, will das Startup Müll in Energie umwandeln. Etwas konkreter bedeutet das, dass das Startup Ladekraftwerke entwickelt hat, die aus Abfällen Energie für E-Autos machen. Diese Kraftwerke sind Quader, etwa von der Größe einer Bushaltestelle, die von außen begrünt sind und überall in der Stadt verteilt werden können. Bis zu elf Ladestationen können in einer Reihe an eine Box angeschlossen werden. „Unsere Kundengruppen sind etwa Supermärkte, Flughäfen oder Shopping-Center. Wir sind interessant für Einrichtungen mit hohem Energiebedarf, viel Abfall – und großen Parkplätzen“, sagt CEO Jürgen Resch im Gespräch mit NGIN Mobility. Zur Energiegewinnung werden gemischte Gewerbeabfälle verwendet. „Derzeit arbeiten wir etwa mit noch verpackten Lebensmitteln aus dem Supermarkt oder Essensresten aus Flugzeugen“, erklärt Resch weiter und betont: „Mit unserer Methode kann man rund die Hälfte an Kosten gegenüber herkömmlicher Müllentsorgung sparen.“

Neben der Ladeinfrastruktur für E-Mobilität will Wmoove damit noch ein weiteres Problem angehen: die Müllentsorgung. „Es gibt momentan global zwei Arten mit Müll umzugehen: verbrennen oder verbuddeln“, führt Resch aus. „Das ist nicht nur ein ökologischer Irrsinn. Das sind vor allem wertvolle Ressourcen, die da verschwendet werden.“ Schon jetzt sei Abfallverwertung ein milliardenschwerer Wachstumsmarkt. Für Betreiber von Mülldeponien und Verbrennungsanlagen sei „Wmoove“ geradezu „disruptiv“, ist sich Resch sicher. „Darum haben wir eine gute Chance im weltweit wachsenden Markt Abfallverwertung eine führende Rolle einzunehmen.“

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Doch das kostet. Derzeit sind die Gründer auf der Suche nach Investoren. Umsätze hat das Unternehmen noch nicht erwirtschaftet, die ersten Verträge mit Kunden sind aber unterschrieben. Konkrete Namen will Resch, der wie alle vier Gründer österreichische Wurzeln hat, nicht nennen. Doch er verrät: „Es ist eine Stadt, ein Flughafen und eine Entsorgungsanlage.“ 

Bild: wmoove

 

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