Zwischen Startups und Autobauern funkt es noch zu selten

Eine aktuelle Umfrage zeigt: Zwischen der Automobilbranche und deutschen Startups klappt es noch nicht. Doch die Branche ist auf dem richtigen Weg.

Bytes statt Blech. So lautet die neue Devise der deutschen Automobilbranche. Spätestens seit der Diesel-Affäre versuchen alle großen Marken vom reinen Autohersteller zum Mobilitätsanbieter zu werden. Für Technologien wie autonomes Fahren, vernetzte Fahrzeuge und Sharing-Lösungen ist vor allem das Knowhow der Startup-Szene gefragt.

Aber wie sieht es tatsächlich mit der Zusammenarbeit zwischen Autobauern, Zulieferern und Digitalwirtschaft aus? Nicht so gut. Das ist zumindest das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Digitalverbands Bitkom. Demnach arbeitet noch immer die Hälfte der Branche nicht mit Startups zusammen.

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Von den 177 befragten Unternehmen der deutschen Automobilbranche bemängelte jeder Dritte, dass es hierzulande zu wenig Gründungen im Automobil-Bereich gebe, heißt es in der Bitkom-Untersuchung.

Derzeit stammen neue Produkte aus dem Ausland. Vor allem was Sharing-Lösungen und Fahrassistenzen anbelangt, kommen viele Technologien mittlerweile aus Israel. Darunter beispielsweise die Sensoren-Technik von Mobileye, die von vielen großen deutschen Autobauern genutzt wird. Oder auch das Ridehailing-Startup Gett, in das Volkswagen im vergangenen Jahr 300 Millionen Dollar investierte. Derart große Investitionen gab es in deutsche Mobility-Startups bislang nicht.

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Gerade einmal drei von zehn Unternehmen würden zusammen mit Startups neue Produkte oder Dienstleistungen entwickeln, bemängelt die Bitkom-Studie. Und nur sieben Prozent der befragten Unternehmen haben demnach angegeben, dass sie Produkte oder Dienstleistungen von Startups beziehen. Laut der Umfrage unterstützen nur 15 Prozent der befragten Unternehmen Startups durch Förderprogramme.

Allerdings ändert sich das gerade. Größere Zulieferer wie ZF, Bosch oder Continental sind bereits eng mit Startups verwoben. Beispielsweise sind der Shuttle-Bus Mover (ZF), der zusammen mit e.Go produziert wird; der E-Roller-Verleih Coup (Bosch) oder der Parkservice Parkpocket (Continental). Im Vergleich zu den Autoherstellern gibt es unter den Zulieferern bisher allerdings wenige Inkubatoren und Acceleratoren.

So hat Daimler mit seinem Lab1886 kürzlich eine international agierende Abteilung für Business Innovationen ins Leben gerufen und sich unter anderem an dem Flugtaxi-Startup Volocopter beteiligt; BMW hat neben der Startup Garage, wo der Autobauer gemeinsam mit Startups neue Technologien entwickelt, mit i Ventures einen eigenen Investitionsarm aufgebaut, dem 500 Millionen Dollar zur Verfügung stehen.

Wie der Fall von BMW zeigt, wurden die meisten Investitionen bislang jedoch tatsächlich in den USA getätigt. Erst im Juli dieses Jahres investierten die Bayern erstmals in ein deutsches Startup, den Werkstatt-Marktplatz Caroobi. Der Umfrage zufolge investierten nur zwei Prozent der befragten Unternehmen in deutsche Startups. 

Bild: CHRISTOF STACHE / Freier Fotograf

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