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E-Roller-Verleih eMio bekommt mächtig Konkurrenz von Coup

Mit einem Schlag stehen in Berlin 200 neue E-Mietroller zur Verfügung. Hinter dem neuen Sharing-Dienst steckt ein großer deutscher Automobilzulieferer.

In der deutschen Hauptstadt sind seit vergangenem Jahr 150 elektrisch betriebene Mietroller unterwegs. Damit war eMio bislang landesweit der einzige große Anbieter eines Sharing-Modells mit E-Rollern. Nun wird sich als erster Wettbewerber die Sharing-Plattform Coup mit 200 Rollern den Berliner Markt vornehmen, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. „Wir sind an dieser Stelle dankbar, dass eMio den Markt überhaupt eröffnet hat. Jetzt geht es erst mal darum, den Markt für uns zu erschließen“, sagt General Manager Urs Rahne zu Gründerszene.

Die Sharing-Plattform Coup gehört zur Robert Bosch GmbH, daneben ist auch die Unternehmensberatung Boston Consulting Group mit BCG Digital Ventures beteiligt. Die Fahrzeuge bei Coup kommen vom Hersteller Gogoro aus Taiwan. Der Produzent habe bereits 10.000 Fahrzeuge seit vergangenem Jahr verkauft und die Technologie sei bereits erprobt, berichtet The Verge.

Momentan stehen die Roller in Berlin nur Testfahrern über eine Einladung zur Verfügung, sagt Rahne. In den kommenden Wochen könne die gesamte Flotte aber frei genutzt werden. Der Buchungsprozess soll später ähnlich wie bei eMio erfolgen. Über die App wird ein Roller gebucht und kann im Geschäftsgebiet überall stehen gelassen werden. Die Coup-App wird zuerst nur über iOS verfügbar sein, Android folge noch in diesem Jahr, sagt der General Manager.

Abgerechnet wird nach einem gestaffelten Modell: Eine Fahrt kostet dem Unternehmen zufolge drei Euro, solange sie nicht länger als 30 Minuten dauert. Danach werde in 10-Minuten-Schritten ein weiterer Euro fällig.

eMio hat hingegen ein Abrechnungssystem, das nach Minuten und gefahrenen Kilometern genau abrechnet. Es kann immer noch eine weitere Person mitgenommen werden, was bei Coup bisher nicht möglich ist, da nur ein Helm im Satzfach beiliegt. Doch auch hier wolle man künftig aufrüsten, wenn das Angebot gut angenommen werde, so Rahne.

Beide Unternehmen sehen die neue Konkurrenzsituation gelassen: „Wir haben schon eine feste Kundenbasis und glauben, dass der neue Wettbewerb das Geschäft beleben wird“, sagt eMio-Gründer Valerian Seither. An dem Preismodell soll sich vorerst nichts ändern. Man wolle aber schauen, wie sich das eigene Angebot verbessern lasse. Die Rollerflotte soll im nächsten Jahr verdoppelt werden, so Seither. Damit werden 2017 bereits rund 500 Verleih-E-Roller in Berlin lautlos durch die Straßen flitzen. Weitere Flotten in anderen Städte sind sowohl von eMio als auch von Bosch geplant.

Bild: Coup / Bosch

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