Trends, Innovationen und Digitales aus dem Mobilitätsbereich

Sieben Millionen Euro für den digitalen Beifahrer Chris

Er sagt, wo es lang geht, liest Textnachrichten und spielt Musik ab. Für seinen Sprachassistenten hat das Berliner Startup jetzt weiteres Kapital erhalten.

Sieben Millionen Euro für Chris, den nachrüstbaren digitalen Sprachassistenten fürs Auto. Als neue Investoren kommen nbr Tech Ventures, der von der IBB Beteiligungsgesellschaft mbH gemanagte VC Fonds Technologie Berlin und coparion an Bord. Der bisherige Hauptinvestor Target Partners aus München beteiligt sich ebenfalls an der Runde.

Das Startup will in naher Zukunft den Nachrichtendienst WhatsApp sowie Musik-Streamingdienste integrieren. Ferner sollen Industriepartner gefunden werden, die die Software hinter dem Assistenten in ihre Angebote integrieren. Das Kapital werde auch für die weitere Markteinführung des im Herbst 2018 gelaunchten Assistenten verwendet, heißt es vom Unternehmen.

Chris ist ein digitaler Beifahrer, der den Fahrer oder die Fahrerin bei der Navigation unterstützt und gesten- sowie sprachgesteuert beim Bedienen seines Mobiltelefons unterstützt. Der Assistent liest Textnachrichten vor und findet Musik. Er arbeitet dabei mit natürlicher Spracherkennung, die dank künstlicher Intelligenz ständig dazu lernt und sich dadurch optimiert. Der Fahrer kann sich auf den Verkehr konzentrieren, ohne sein Mobiltelefon in die Hand zu nehmen.

Durchbruch für Sprach-KI erwartet

„Im Jahr 2019 werden wir einen Durchbruch bei Sprach-KI-Plattformen für die Automobilindustrie erleben“, sagt Holger Weiss, Gründer und CEO des Mobilitäts-Startups German Autolabs. Das Unternehmen will einen Platz neben den großen Anbietern wie Amazon Alexa, Bixby von Samsung, Siri von Apple, Cortana von Microsoft oder Google Home finden. „Wir verstehen uns natürlich nicht als Konkurrenz zu Akteuren wie Amazon oder Google.“ Die Software von German Autolabs soll vielmehr ergänzend in andere Assistenten integrierbar sein.


Der digitale Beifahrer soll Autofahren sicherer und unterhaltsamer machen

SMS beim Fahren – das heißt lebensgefährlicher Blindflug. German Autolabs will, dass die Hände am Lenkrad und die Augen auf der Straße bleiben. Ein Assistent hilft dabei.

Weiss hat dabei den Anspruch, eine spezialisierte Lösung zu entwickeln. „Bei Amazon arbeiten Hunderte Entwickler an der Integration der Kalenderfunktion in Alexa. Dieses Problem werden wir als Startup nicht lösen.“ Stattdessen arbeiten Weiss und sein Mitgründer Patrick Weissert daran, der Automobilindustrie, Flottenbetreibern und Versicherern eine unabhängige Assistentenlösung anzubieten.

Der Assistent könnte dabei Versicherern helfen, nutzungsabhängig Tarife abzuschließen oder bei Unfällen und Pannen mit dem Fahrer in Verbindung zu treten. Auch könnten Automobilhersteller die Software nutzen, wenn sie – anders als Mercedes und BMW – keine eigenen Sprachassistenten entwickeln wollen.

Kooperation mit Telekommunikationskonzern

Erste Kooperationen gibt es bereits: Der französische Telekommunikationsbetreiber Orange und das Startup haben im Dezember eine Zusammenarbeit angekündigt, um den Orange-Assistenten Djingo ins Fahrzeug zu bringen. „Im Laufe dieses Jahres werden weitere strategische Projekte mit wichtigen Akteuren der Automobilindustrie und verwandten Branchen bekanntgegeben“, sagt Weiss.

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Bild: German Autolabs

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