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3 Millionen für die Wohnmobil-Vermittlung PaulCamper

Das Brandenburger Startup hat neue Investoren für sich gewinnen können. Das frische Kapital soll dabei helfen, auf dem umkämpften Sharing-Markt zu bestehen.

PaulCamper, eine Brandenburger Sharing-Plattform für Wohnmobile, hat sich Kapital in Höhe von drei Millionen Euro gesichert. Angeführt wird die Runde von der Russmedia International AG. Der Investor ist nach eigenen Angaben auf europäische Digitalmarktplätze spezialisiert. Ebenfalls beteiligt haben sich der auf Reise-Startups fokussierte Wagniskapitalgeber und Zizoo-Investor Mairdumont Ventures sowie mehrere Mitglieder des PaulCamper Managements.

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Im Zuge der neuen Runde übernehmen Russmedia International AG und Mairdumont Ventures die Anteile des bisherigen Investors, der Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB). Der Frühphasen- und Wachstumsfonds hatte das Startup vor zwei Jahren mit 1,2 Millionen gefördert, zuvor wurde drei Jahre lang gebootstrapt.

Mit dem neuen Geld will das Startup expandieren. Nach den bisherigen Märkten Deutschland, Österreich und die Niederlande sollen weitere europäische Länder folgen, sagt Gründer Dirk Fehse im Gespräch mit Gründerszene und NGIN Mobility. Außerdem soll das Geld in neue Technologie fließen. Geplant sei nun eine App für Vermieter. Bisher ist die Vermittlungsplattform für private Wohnmobile nur über eine Website zu erreichen. Ein mobile Anwendung für Mieter sei erst mal nicht notwendig, so Fehse weiter. Das sagte er auch im vergangenen Jahr im Interview (siehe Video).

25.000 Euro des Kapitals sollen außerdem ins Marketing fließen. Statt online Werbeanzeigen zu schalten, setzt Gründer Dirk Fehse dafür auf einen Community Fund: Camping-Fans können sich online bewerben und bis zu 2.500 Euro für ihren Camping-Urlaub oder den Umbau ihres Bullis gewinnen. Die Umsetzung der Projekte im Sommer werde dann per Kamera und auf den Social-Media-Kanälen des Startups begleitet werden, heißt es.

Konkurrenz aus Europa und Übersee

Im vergangenen Jahr ist das Startup, das bald wieder von Brandenburg nach Berlin ziehen will, nach eigenen Angaben um 275 Prozent gewachsen. Derzeit seien 3.000 Fahrzeuge auf der Plattform gelistet. Zum Vergleich: Über die Plattform des mit einem zweistelligen Millionen-Betrag finanzierten Wettbewerbers Campanda können Mieter zwischen rund 5.500 privaten Fahrzeugen wählen. Das als gewerbliche Vermitung gestartete Unternehmen ist allerdings auch in 42 Ländern aktiv. Weitere Wettbewerber sind das 2014 an den Start gegangene ShareACamper, das von den beiden WHU-Absolventen Jan Bartel und Florian Dahlmann gegründet wurde, sowie Yescapa aus Frankreich, das ebenfalls in Deutschland aktiv ist.

Wie der Camping-Pate den ganzen Markt erobern will

Etwa 450.000 rollende Eigenheime sind in Deutschland in Privatbesitz. Viel zu oft stehen sie allerdings herum. Zeit, das zu ändern, findet der Campanda-Gründer.

PaulCamper-Gründer Dirk Fehse gibt sich trotzdem optimistisch. Eine größere Herausforderung als in der europäischen Konkurrenz sieht Fehse bei US-Wettbewebern: beispielsweise Outdoorsy, das mit mehr als 25 Millionen US-Dollar finanziert ist. „Das ist der Grund, warum wir schnell sein wollen – je größer wir sind, desto schwerer wird es für neue Wettbewerber“, sagt er. Fehse rechnet damit, dass das US-Startup auch bald auf den deutschen Markt expandiert.

Bild: PaulCamper; Video: Marco Weimer
Dieser Artikel wurde nachträglich angepasst.

 

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