Trends, Innovationen und Digitales aus dem Mobilitätsbereich

Diese 4 Mobility-Trends werden 2018 durchstarten

Zwei milliardenschwere Märkte werden 2018 digitalisiert. Auf einer ganz neuen Sparte ruht die Hoffnung der Automobilwirtschaft. Unsere Favoriten für das neue Jahr.

1. Bike-Sharing

Während in Asien der erste Hype bereits wieder vorbei ist, geht das Geschäft mit Leihrädern hierzulande erst 2018 richtig los. In den letzten Monaten drängten immer mehr Bikesharing-Anbieter in den hart umkämpften Markt. Sie heißen Mobike, Byke, Obike oder Limebike und verteilen ihre farbenfrohen Räder in der Stadt.

Worin das Geschäftsmodell der Startups besteht, ist noch nicht ganz klar. Allein durch die Einnahme der Nutzungsgebühren lassen sich die hohen Finanzierungen von teilweise bis zu einer Milliarde US-Dollar (Mobike und Ofo) nicht rechtfertigen. Einige Anbieter, wie Limebike, geben zu erkennen, dass sie künftig ihre App als eine Art Werbeplatz vermarkten wollen.

Die etablierten Anbieter, wie das in einigen Städten mit öffentlichen Geldern finanzierte Nextbike aus Leipzig oder die Leihradsparte der Deutschen Bahn, geraten durch die neuen privaten Player unter Druck. Und die Städte, Gemeinden und ÖPNV-Anbieter werden sich überlegen müssen, wie sie die Massen an Rädern in der Stadt reglementieren. Einigen Bewohnern stoßen die allerorts auf den Bürgersteigen herumstehenden Bikes schon heute übel auf.

2. Shuttle auf Abruf

Der Trend geht weg vom eigenen Auto. Zahlreiche Mobilitätsanbieter, darunter auch große Autobauer, arbeiten an neuen Konzepten. Die sollen flexibel sein wie ein Pkw, aber günstig und umweltfreundlich wie der öffentliche Nahverkehr. Kleinbusse auf Abruf, sogenannte Shuttles-on-Demand, sollen die Lösung sein. Für die neuartigen Buslinien gelten weder festgelegte Fahrpläne noch vorgegebene Routen. Die Anfragen der Nutzer entscheiden über den Verlauf der Strecke.

Über eine App können die Reisenden ihren Start- und Zielpunkt eingeben und bekommen angezeigt, wie viel sie die Fahrt kosten und wann das nächste Fahrzeug bei ihnen sein wird. Ein Algorithmus berechnet im Hintergrund den idealen Weg. Gemeinsam mit ViaVan, einem Joint-Venture zwischen Daimler und dem US-Fahrdienst Via, wollen die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) im Frühjahr einen solchen Service in Berlin starten. Volkswagen schickt mit seiner neuen Mobilitätsmarke Moia in Hamburg die Shuttles auf die Straße – und hat dafür sogar ein eigenes Fahrzeug entwickelt.

3. Leasing

Über Jahrzehnte hinweg haben die Herstellerbanken der Autobauer Milliarden mit Leasing-Fahrzeugen kassiert. Unter anderem, weil die Angebote für Kunden bis heute teils unübersichtlich sind. Die Preise schwanken enorm. Im Zuge der Digitalisierung wird dieser Markt nun zusehends transparenter – und damit auch die günstigeren Angebote für den Verbraucher besser nachvollziehbar.

Das Startup Vehiculum hat eine Plattform geschaffen, auf der die Angebote unterschiedlicher Hersteller zusammengefasst werden. Sie vermitteln hierüber auch gleich die Abwicklung eines Leasing-Vertrags. Wettbewerber wie Firmen-KFZ wollen ganze Firmen-Fuhrparks mit Leasing-Autos digitalisieren.

Ein weiterer Player formiert sich gerade in den USA und schickt sich an, Ubers angeschlagene Leasing-Sparte zu übernehmen. Hinter dem US-Startup steckt der ehemalige BMW-Manager Georg Bauer, der bereits kurz nach dem Start eine Milliarde eingesammelt hat. Fair bietet einerseits an, die gesamte Abwicklung des Kaufs über die eigene App vorzunehmen, zum anderen kann der Kunde sein Auto jederzeit innerhalb von fünf Tagen wieder zurückgeben. Im Jahr 2018 werden die deutschen Autohersteller wahrscheinlich mit weiteren eigenen Angeboten nachziehen.

4. Logistik

Der weltweite Warenaustausch und der Versand von Paketen nehmen weiter zu. Einerseits fehlen Spediteure, anderseits sind Leerfahrten noch immer gang und gäbe. In den vergangenen Jahren haben sich darum immer mehr Startups formiert, die diese Lieferketten effizienter gestalten wollen. Ein Milliarden-Markt steht kurz vor der Digitalisierung.

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Erst kürzlich schloss das Startup FreightHub eine Finanzierungsrunde mit über 20 Millionen Dollar ab. Ähnlich wie die Wettbewerber Instafreight und Frachtraum wollen sie Containertransporte in der See- oder Luftfracht komplett elektronisch abwickeln. Daneben tummeln sich Startups wie Truckin, das Lkw-Fahrer vernetzen will, sowie das Potsdamer Unternehmen Synfioo, das selbigen hilft, Staus, Unwetter und Baustellen zu umfahren. Auch ein bekanntes US-Unternehmen will mit Uber Freight Lastwagen-Fahrern zu Aufträgen verhelfen.

Bislang ist die Investitionsbereitschaft seitens deutscher Risikokapitalgeber in der Branche verschwindend gering. 90 Prozent der weltweiten Gelder für Logistik-Startups werden in den USA und in asiatischen Ländern ausgeschüttet. 2018 könnten endlich die Deutschen Logistiker nachziehen. Die Deutsche Bahn, DHL und andere etablierte Unternehmen würden mit gezielten Investitionen die Spreu vom Weizen trennen, denn derzeit tummeln sich noch zahlreiche Plattform-Anbieter mit ähnlichen Angeboten auf dem Markt. 

Bild: Moia; Getty Images / Kevin Frayer / Jason Hawkes; Uber

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