Trends, Innovationen und Digitales aus dem Mobilitätsbereich

4 Mobility-Trends, die kaum jemand auf dem Schirm hat

Lkw, die im Rudel rollen

Wenn es nach den deutschen Logistik-Konzernen geht, dürften Lkw bald in Rudeln über deutsche Autobahnen brettern. Platooning heißt diese Technologie, bei der bis zu zehn vernetzte Lkw hintereinander in Kolonnen unterwegs sind – und nur noch einen Fahrer benötigen. Bremst der erste von einem Menschen gelenkte Laster, führen auch alle nachfolgenden Fahrzeuge automatisch die Bewegung aus. Und das weitaus schneller als jeder Mensch. Durch die erhöhte Reaktionszeit lässt sich der Mindestsicherheitsabstand bei hohen Geschwindigkeiten reduzieren. Zehn Meter Abstand sollen die tonnenschweren Laster dann nur noch benötigen – etwa eine halbe Sekunde Fahrzeit auf der Autobahn. Durch dieses „Aufrücken“ fahren Lkw verstärkt im Windschatten und sparen bis zu zehn Prozent Kraftstoff. Derzeit experimentieren unter anderem Daimler, MAN, DB Schenker und UPS mit der Technologie. Testflotten fahren zwischen München, Stuttgart, Frankfurt und Rotterdam.

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Motorräder mit unsichtbaren Stützrädern

Die meisten Menschen legen die ersten Fahrrad-Meter ihres Lebens mit Stützrädern zurück, bevor sie das Zweirad meistern. BMW will zu diesen kippsicheren Zeiten zurück und entwickelt mit dem Vision Next 100 eine moderne Form von Stützrädern für Motorräder. Dank einer „Self Balancing”-Technologie hält das Zweirad während der Fahrt das Gleichgewicht und steuert gegen, wenn sich der Fahrer verschätzt und zu schräg in die Kurve geht. Selbst wenn der Fahrer abgestiegen ist, soll das Motorrad noch das Gleichgewicht halten können. BMW geht sogar so weit, ein unfallfreies Fahrzeug zu versprechen und verzichtet bei der Präsentation des Motorrads auf einen Helm. Crashs mit Pkw wären zwar immer noch möglich, allerdings unwahrscheinlich, so BMW. Denn bis zur Marktreife des Vision Next wären ohnehin alle Pkw vollautonom unterwegs – und deswegen keine Gefahrenquelle mehr.

Statt eines Helms soll der Motorrad-Fahrer eine Daten-Brille namens „Visor“ bekommen. Bei Bedarf sollen Informationen wie zum Beispiel Straßenschäden auf dem Display markiert werden. Daneben will BMW die Fahrer-Kleidung zur Informationsvermittlung nutzen. Eingenähte Elemente an Armen und Beinen sollen Hinweise zur Navigation und über gefährliche Schräglagen an ihren Träger über Vibrationen weitergeben. So bliebe das Fahrerlebnis minimal beeinträchtigt, bewirbt der Konzern seinen Prototypen.

Dieser Text erschien zuerst im neuen NGIN-Mobility-Printheft. Hier geht es zum Magazin!

Bilder: Michelin, Goodyear, Daimler (2), BMW

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