Trends, Innovationen und Digitales aus dem Mobilitätsbereich

5 Gründe, warum Elon Musk gerade völlig freidreht

Man kommt gar nicht mehr mit bei all den Schlagzeilen zu Tesla. Firmenchef Musk scheint die Kontrolle zu verlieren. Woran liegt das? Ein Überblick.

1. Musk ist überarbeitet

Bis zu 120 Stunden arbeite er pro Woche, erzählte Musk gerade der New York Times. Um überhaupt schlafen zu können, greife er auf starke Medikamente zurück. Manchmal habe er die Firmenzentrale drei oder vier Tage hintereinander nicht verlassen, auch dort übernachtet. Seinen 47. Geburtstag im Juni etwa habe er komplett in der Werkshalle verbracht, am Ende des Tages sei er dann nach Katalonien (Spanien) zur anstehenden Hochzeit seines Bruder geflogen, dessen Trauzeuge er war. Von der Feier habe er nicht viel mitbekommen: Er sei zwei Stunden vor der Zeremonie gelandet und anschließend sofort wieder abgeflogen. Zeit für seine Familie bleibe so gut wie gar nicht.

 

Die US-Zeitung will zudem herausgefunden haben, dass Musk seit einer Weile in seiner freien Zeit Rauschmittel konsumiert hat. Der Tesla Chef betont, er habe „kein Gras geraucht“, das sei negativ für die Produktivität. Es sei „ein entsetzliches Jahr“ gewesen, so Musk. Vom persönlichen Schmerz-Standpunkt werde das Schlimmste aber erst noch kommen. Bereits seit einer Weile werde laut Gesellschafterkreisen händeringend nach einer rechten Hand für den Tesla-Chef gesucht, auch Facebook-COO Sheryl Sandberg sei angesprochen worden. Der Tesla-Chef will allerdings nichts davon wissen, dass gerade aktiv Gespräche geführt werden.

2. Die Börse macht Musk fertig

Wegen seiner unabgestimmten Tweets zum möglichen Börsen-Delisting, die er offenbar auf dem Weg zur Arbeit vom Handy aus absetzte, muss sich Musk nun wohl vor der US-Börsenaufsicht verantworten. Die öffentliche Überlegungen, seine Firma in die Hände von privaten Geldgebern zu legen, hatten den Kurs stark beeinflusst – immerhin würde die Transaktion 70 Milliarden Dollar kosten. „Finanzierung gesichert“, schrieb Musk auf Twitter – was viele Investoren bezweifeln.

Seine Theorie: Einige Spekulanten würden auf starke Kursverluste bei Tesla wetten und deswegen gezielt Druck auf sein Unternehmen ausüben. Er bereite sich auf „zumindest ein paar Monate extremer Folter von Shortsellern vor“, so Musk. Musk steht zu seinen Tweets und will das Twittern auch nicht aufgeben. „Warum sollte ich?“, sagt er. Aber auch auf Twitter scheint sich Musk nicht immer unter Kontrolle zu haben: Im Zusammenhang mit der medienträchtigen Rettungsaktion mehrerer Jugendlicher aus einer Höhle in Thailand hatte Musk, dessen andere Firma SpaceX ein Rettungs-U-Boot konzipiert hatte, einen Höhlentaucher als Pädophilen bezeichnet.

Der dünnhäutige Herr Musk

Weil er für sein Engagement in Thailand kritisiert wurde, schoss der Tesla-Gründer am Wochenende mit wüsten Beschimpfungen zurück. Nicht der erste Ausfall dieser Art.

3. Musk hat seine Gigafactorys nicht unter Kontrolle

Offenbar bekommt die Firma ihren Produktionsprozess trotz zuletzt positiver Stückzahl-Meldungen nicht in den Griff. Der ehemalige Tesla-Mitarbeiter Martin Tripp hat auf Twitter eine Serie von Fotos veröffentlicht, nach denen im Model 3 fehlerhafte Akkus verbaut worden sein sollen. Außerdem zeigen sie, dass die Musk-Firma massenhaft Elektromüll produziert, der nicht fachgerecht entsorgt, sondern in hunderten LKW-Anhängern auf dem Parkplatz der neuen riesigen Gigafactory deponiert wird. Musk bezeichnete Tripp als „Saboteur“.

4. Es hagelt Vorwürfe gegen Tesla – Teil 1: Drogen

Duldung von Drogenschmuggel, Ausspionieren der Mitarbeiter – bei Tesla soll es zugehen wie im Krimi. Zumindest wenn man den Behauptungen des ehemaligen Tesla-Sicherheitsmitarbeiters Karl Hansen glaubt. Der schildert in einem Bericht an die US-Handelsaufsicht, dass mindestens ein Tesla-Angestellter in der Gigafactory 1 „an einem Betäubungsmittelschmuggelring“ beteiligt sei, der unter anderem im Auftrag eines mexikanischen Kartells „signifikante Mengen“ an Kokain und Crystal Meth verkaufe. Hansen habe das der US-Drogenbehörde melden wollen, doch seine Vorgesetzten hätten abgewiegelt. Tesla widerspricht dieser Darstellung zwar und auch die Drogenaufsicht selbst stellt sie in Frage. Belastungen und Druck resultieren daraus aber trotzdem.

5. Es hagelt Vorwürfe gegen Tesla – Teil 2: Spionage

Zudem hat Tesla laut Hansen umfangreiches und hochmodernes Equipment zur systematischen Überwachung der Mitarbeiter, ihrer Telefongespräche und sogar ihres Datenverkehrs installiert. Musk dazu gegenüber Gizmodo: „Er behauptet gleichzeitig, dass unsere Sicherheit totaler Mist ist (sie ist nicht großartig, aber ich bin ziemlich sicher, dass wir kein Zweig des Sinaloa-Kartells sind, wie er sagt) und dass wir fantastische Spionagefähigkeiten haben“, so Musk. „Es kann nicht beides wahr sein.“

Bild: Joshua Lott / Getty Images

Folge NGIN Mobility auf:

In Kooperation mit
amplifypixel.outbrain